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		<title>jensscholz.com - Neueste Kommentareauf Zwei Nachrufe</title>
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		<item>
			<title> Gollum [Besucher] in Antwort auf: Zwei Nachrufe</title>
			<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 16:26:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><span class="user anonymous" rel="bubbletip_comment_1321">Gollum</span> <span class="bUser-anonymous-tag">[Besucher]</span></dc:creator>
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			<description>&lt;p&gt;Warum der Meyer-Lucht nun nach seinem Tode so vergeheimnisst wird, erscheint schon etwas merkw&amp;#252;rdig. Hoffentlich wurde er nicht von Geheimdiensten erpresst oder in die Mangel genommen. Das passiert einem schneller, als man f&amp;#252;r m&amp;#246;glich h&amp;#228;lt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Suizid ist eine Frage des Aktionismus, also ob man bis zuletzt die Z&amp;#252;gel in den H&amp;#228;nden behalten will oder nicht. Wenn sonst nichts mehr geht oder zu gehen scheint. Es ist also nicht zu sehr eine Frage von Depression oder vor&amp;#252;bergehender geistiger Farbenblindheit. Sondern schon eine Sache, die in den innersten &amp;#220;berzeugungen l&amp;#228;ngst angelegt ist. Das &amp;#246;ffentliche Bewu&amp;#223;tsein und auch die Psychiater tun viel zu sehr so, als sei es nur ein Thema f&amp;#252;r Versager und &amp;#220;bersensible. Das ist nicht so.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als ich vor 25 Jahren tief depressiv einige halbherzige Selbstmordversuche machte und anschlie&amp;#223;end von Psychiater zu Psychiater weiter gereicht wurde, haben mir Leute geholfen, die mir zeigten, dass noch etwas geht. Fremde Leute, die mein Leben ansonsten gar nicht ber&amp;#252;hrte und die von dieser Hilfe eigentlich selber nichts hatten. Nach der Wende dann habe ich oft gedacht, h&amp;#228;tte ich mich damals umgebracht, h&amp;#228;tte ich diese turbulente und &amp;#252;beraus interessante Zeit danach nicht erlebt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Obwohl ich auch danach &amp;#252;berwiegend Pech hatte und, schonungslos beurteilt, zum Bodensatz der Gesellschaft geh&amp;#246;re. Vor elf Jahren hatte mich jemand versucht totzuschlagen. Seitdem bin ich behindert. Ich kann zwar laufen, mein Gehirn l&amp;#228;uft aber nur noch im Minimalprogramm, sozusagen in Zeitlupe. Alles, was ich mal konnte oder gewu&amp;#223;t habe ist weg. An Gewohnheiten oder Hobbys, die f&amp;#252;r mich selbstverst&amp;#228;ndlich waren, kann ich mich kaum noch erinnern. Von Schmerzen mag ich nicht reden. Meine Sehkraft und Feinmotorik lassen st&amp;#228;ndig nach, das deprimiert besonders. Kein Mensch m&amp;#246;chte auf absehbare Zeit ein Pflegefall werden. Deshalb habe ich Schlaftabletten gehamstert, eine Flasche vergifteten Schnaps bereit stehen, und sogar einen fertig gekn&amp;#252;pften Strick, der nun seit einer Ewigkeit oben um einem Balken geschlungen ist. Damit es nicht zum Problem wird, wenn mal ganz schnell soweit sein sollte. Und, Ihr werdet jetzt vielleicht lachen, das ist es, was mir jeden Morgen das Interesse am kommenden Tages aufrecht erh&amp;#228;lt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Um noch mal zu Meyer-Lucht zur&amp;#252;ck zu kommen. Ich habe ihn nicht verstanden. Er ruhe in Frieden.&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum der Meyer-Lucht nun nach seinem Tode so vergeheimnisst wird, erscheint schon etwas merkw&#252;rdig. Hoffentlich wurde er nicht von Geheimdiensten erpresst oder in die Mangel genommen. Das passiert einem schneller, als man f&#252;r m&#246;glich h&#228;lt.</p>

<p>Suizid ist eine Frage des Aktionismus, also ob man bis zuletzt die Z&#252;gel in den H&#228;nden behalten will oder nicht. Wenn sonst nichts mehr geht oder zu gehen scheint. Es ist also nicht zu sehr eine Frage von Depression oder vor&#252;bergehender geistiger Farbenblindheit. Sondern schon eine Sache, die in den innersten &#220;berzeugungen l&#228;ngst angelegt ist. Das &#246;ffentliche Bewu&#223;tsein und auch die Psychiater tun viel zu sehr so, als sei es nur ein Thema f&#252;r Versager und &#220;bersensible. Das ist nicht so.</p>

<p>Als ich vor 25 Jahren tief depressiv einige halbherzige Selbstmordversuche machte und anschlie&#223;end von Psychiater zu Psychiater weiter gereicht wurde, haben mir Leute geholfen, die mir zeigten, dass noch etwas geht. Fremde Leute, die mein Leben ansonsten gar nicht ber&#252;hrte und die von dieser Hilfe eigentlich selber nichts hatten. Nach der Wende dann habe ich oft gedacht, h&#228;tte ich mich damals umgebracht, h&#228;tte ich diese turbulente und &#252;beraus interessante Zeit danach nicht erlebt.</p>

<p>Obwohl ich auch danach &#252;berwiegend Pech hatte und, schonungslos beurteilt, zum Bodensatz der Gesellschaft geh&#246;re. Vor elf Jahren hatte mich jemand versucht totzuschlagen. Seitdem bin ich behindert. Ich kann zwar laufen, mein Gehirn l&#228;uft aber nur noch im Minimalprogramm, sozusagen in Zeitlupe. Alles, was ich mal konnte oder gewu&#223;t habe ist weg. An Gewohnheiten oder Hobbys, die f&#252;r mich selbstverst&#228;ndlich waren, kann ich mich kaum noch erinnern. Von Schmerzen mag ich nicht reden. Meine Sehkraft und Feinmotorik lassen st&#228;ndig nach, das deprimiert besonders. Kein Mensch m&#246;chte auf absehbare Zeit ein Pflegefall werden. Deshalb habe ich Schlaftabletten gehamstert, eine Flasche vergifteten Schnaps bereit stehen, und sogar einen fertig gekn&#252;pften Strick, der nun seit einer Ewigkeit oben um einem Balken geschlungen ist. Damit es nicht zum Problem wird, wenn mal ganz schnell soweit sein sollte. Und, Ihr werdet jetzt vielleicht lachen, das ist es, was mir jeden Morgen das Interesse am kommenden Tages aufrecht erh&#228;lt.</p>

<p>Um noch mal zu Meyer-Lucht zur&#252;ck zu kommen. Ich habe ihn nicht verstanden. Er ruhe in Frieden.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
			<title> amo [Besucher] in Antwort auf: Zwei Nachrufe</title>
			<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:08:38 +0000</pubDate>
			<dc:creator><span class="user anonymous" rel="bubbletip_comment_1240">amo</span> <span class="bUser-anonymous-tag">[Besucher]</span></dc:creator>
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			<description>&lt;p&gt;es liegt immer gutes aber auch schlechtes vor einem. und wenn das gute das schlechte nicht mehr aufwiegt, darf nach meiner vorstellung ein mensch durchaus abw&amp;#228;gen. ich musste das jetzt schreiben auch wenn ich weiss, dass das alles sehr komplizierte probleme sind und keine kommentarspalte der welt ausreicht.&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>es liegt immer gutes aber auch schlechtes vor einem. und wenn das gute das schlechte nicht mehr aufwiegt, darf nach meiner vorstellung ein mensch durchaus abw&#228;gen. ich musste das jetzt schreiben auch wenn ich weiss, dass das alles sehr komplizierte probleme sind und keine kommentarspalte der welt ausreicht.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
			<title> Chris [Besucher] in Antwort auf: Zwei Nachrufe</title>
			<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:32:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><span class="user anonymous" rel="bubbletip_comment_1238">Chris</span> <span class="bUser-anonymous-tag">[Besucher]</span></dc:creator>
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			<description>&lt;p&gt;&amp;#8230;den zuletzt erw&amp;#228;hnten Artikel las ich auch eben.&lt;br /&gt;
Schon crazy: Frisch geduscht, und ab ins Meer.&lt;br /&gt;
Ich frage mich dann immer - ankn&amp;#252;pfend an deine Gedanken oben - &amp;#8216;gab es denn GAR NICHTS mehr, was ihm Freude bereitete?&amp;#8217;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;#traurig&lt;/p&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;den zuletzt erw&#228;hnten Artikel las ich auch eben.<br />
Schon crazy: Frisch geduscht, und ab ins Meer.<br />
Ich frage mich dann immer - ankn&#252;pfend an deine Gedanken oben - &#8216;gab es denn GAR NICHTS mehr, was ihm Freude bereitete?&#8217;</p>

<p>#traurig</p>]]></content:encoded>
			<link>http://jensscholz.com/index.php/2011/09/21/zwei-nachrufe#c1238</link>
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