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8 Kommentare

Kommentar von: Ulf J. Froitzheim [Besucher] E-Mail
Ulf J. FroitzheimDie Unschuldsvermutung ist Teil der Strafprozessordnung. Das heißt im Klartext, dass man uns erst in dem Moment zugesteht, wir könnten eventuell unschuldig sein, wenn man uns unschuldig vor Gericht gezerrt hat. Um uns dorthin zu bekommen, bedarf es selbstverständlich einer Schuldvermutung. Und die ist nun mal am leichtesten darauf zu stüzten, dass wir zur Tatzeit unser Handy ausgeschaltet oder zu Hause liegen hatten, oder?
14.07.13 @ 20:15
Kommentar von: Imner [Besucher]
ImnerIch vermisse/brauche weder Twitter noch Google noch Facebook noch Microsoft.
16.07.13 @ 09:34
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail
Das ist ja sehr schön für Dich, aber andere hätten das gerne und haben mE einen Anspruch darauf, dass man dies nicht zu Überwachungszwecken missbraucht. Ich brauche ansonsten ja auch vieles nicht, auf das Du sicher ungern verzichten würdest. Worauf also willst Du hinaus?
16.07.13 @ 12:27
Kommentar von: Michael Langenhagen [Besucher]
Michael LangenhagenIch frage mich: wozu brauchen wir ein Grundgesetz (eine Verfassung haben wir ja leider immer noch nicht), Menschenrechte und Gesetze, die diese schützen sollen, wenn jeder sie ungestraft missachten und brechen kann, wenn er nur über genügend Geld und Macht verfügt? Wozu brauchen wir ein Parlament und eine Regierung, wenn diese weder willens noch in der Lage sind, ihre Bürger vor Machtmissbrauch und Gesetzesbrüchen zu schützen?

Ich bin weder für Anarchie noch für Diktatur, dennoch haben beide wenigstens den Vorzug, dass man weiß, woran man ist.
17.07.13 @ 00:32
Kommentar von: Sean Kollak [Besucher]
Sean KollakHi Jens,
warum eigentlich hegt der Staat dieses Mißtrauen gegen seine Bürger? Wer ist "der" Staat. Am dicken Ende sind es machthungringe Menschen, die uns mit ihrem Wissen über uns kontrollieren und vermarkten wollen. Es geht nicht um Terror-Abwehr. Es geht um Gedankenkontrolle. George Orwell hat das sehr eindringlich beschrieben.
LG Sean
18.07.13 @ 23:31
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail
Ich glaube nicht, dass "Gedankenkontrolle" möglich ist und auch nicht, dass das der Hintergrund oder eine Absicht ist. Ich glaube, es gibt Prozesse, die in einer technokratisierten Welt von ganz alleine ablaufen, wenn man nicht bewusst gegensteuert. Bewusst gegenzusteuern ist aber etwas, was unsere Politiker nicht tun, sei es aus Angst, Uninformiertheit oder schlicht Dummheit. Daher läuft die Entwicklung automatisiert in alle Richtungen, die eine immer größere Transparenz erlaubt. Im Guten wie im Schlechten.
21.07.13 @ 11:55
Kommentar von: Thorsten Kerbs [Besucher]
Thorsten KerbsMir drängt sich, wenn ich die zur Zeit häufig formulierte obige Forderung lese, immer aufs Neue derselbe Gedanke auf. Allerdings frage ich durchaus, ob der womöglich zu kurz greift. Deshalb formuliere ich ihn hier einfach mal:

Die Kostenlos-Kultur des Internet stiftet Abhängigkeiten, die nun boomerangartig wieder zurückkommen. Wenn wir so sinnvolle Dienstleistungen wie die von Google, Facebook & Co. nutzen wollen, haben wir dafür einen Preis zu entrichten. Entweder durch Gebühren oder durch eine von uns nicht mehr zu beeinflussende Verwertung unserer Daten. Für die Anbieter dieser Dienstleistungen gibt es kaum Gründe, sich für unsere Interessen in die Schlacht zu stürzen. Denn nicht wir sind deren eigentlichen Kunden, das sind andere Konzerne; wir sind nur ein Mittel zum Zweck, wir sind eben nur die Datenlieferanten.

Drum werden die Forderungen nach Datensouveränität, wenn die aktuellen Erregungswellen verebbt sind, wohl ungehört verhallen. Denn bekanntlich gilt: Wer zahlt, schafft an.

Oder nicht?
21.07.13 @ 17:21
Kommentar von: Sven [Besucher]
Sven@Thorsten: Du sprichst von Internetdiensten - das sind die, denen wir freiwillig(!) Daten geben und die uns dafür im "schlimmsten" mit irgendwelchen passenden, meist aber eher unpassenden, Werbeanzeigen beglücken.
Überwachung aber wird von Staaten gemacht, und die holen sich die Daten, die sie wollen, und zwar von überall her (auch von allen möglichen Socialmedia-Diensten, die dazu per Gesetz gezwungen werden) und führen sie auf eine Weise zusammen, wie es jene Dienste nicht tun (weil das für sie Geschäftsgeheimnisse sind: Facebook kennt nicht die Daten, die du Google gibst, Google kennt nicht die Daten, die du Yahoo gibst etc.). Du zielst hier also auf die falschen.

Ich habe keine Angst vor Firmen, die mich mit Werbung "bedrohen". Aber ich kann durchaus Angst haben vor Staaten, die Menschen entführen und über Jahre wegsperren (und meinem eigenen Land, deren Verantwortliche nicht nur nichts dagegen tun sondern sogar aktiv dafür sorgen, dass jemand Jahre länger "verschwunden" ist als "nötig"), Geheimgefängnisse betreiben und per Drohnen Bomben auf Häuser werfen, um Menschen ohne Anklage und Gerichtsverhandlung zu töten, egal, ob da noch 20 andere Menschen drin wohnen neben dem eigentlichen "Ziel".

Und vor paranoiden Leuten, die dich schon für eine Suche nach einem "falschen" Wort und die Position deines Handys in der Nähe eines Verdächtigen auf eine Gefährderliste setzen.

Solange Google oder facebook mir nur Werbung einblendet, die ich noch dazu mit einem Adblocker ausblenden kann wenn sie mich nervt, reden wir hier von nicht vergleichbaren "Gefahren".
05.08.13 @ 18:07