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5 Kommentare

Kommentar von: ollyy [Besucher]
ollyy"Ich möchte eine Welt in der ich aus einer Toilette trinken kann, ohne Ausschlag zu bekommen." :-)
20.07.10 @ 19:43
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail
Das geht viel leichter. In der lebst Du nämlich schon.
20.07.10 @ 19:48
Kommentar von: Alex [Besucher]
AlexDie Realität sieht leider völlig anders aus. Mein bester Kumpel ist bei der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Er war mit 28 "ausbefördert". Beim Wechsel in den höheren Dienst hat er die Prüfung nicht geschafft, die Begründung: Das soziale Verhalten sei zu nett und kommunikativ gewesen. (ernsthaft!). Die Ausstattung wird nur noch durch Spucke zusammengehalten (insbesondere die Fahrzeuge), täglich 2h Überstunden sind völlig normal, natürlich in Wechselschicht. Da die Personaldecke am Flughafen mehr als dünn ist, werden Beamte aus anderen Ländern abgezogen. Ihr vorheriger Standort war im tiefsten Osten, Bewacher von grünen Grenzen. Keine Englisch-Kenntnisse (ganz toll an einem internationalen Flughafen), nicht im geringsten geschult auf die Hektik eines Flughafen. 6 Wochen Dienst mit Unterbringung in einer Einzimmer-Wohnung, dann 1 Woche frei. Deren sozialen Kontakte (und damit ein Ausgleich vom Job) in FFM sind gleich Null. Wenn sie wieder zurück in den Osten fahren, sind sie Fremde für die eigene Familie. In der Dienststelle meines Kumpels gab es deswegen schon drei Scheidungen.
21.07.10 @ 06:53
Kommentar von: Yurun [Besucher]
YurunZu später/früher Stunde noch lesenderweise in Netz unterwegs, gebe ich hier nun halt noch einen Kommentar ab.

Also ich fand die Wunschvorstellung ja als recht angenehm und kann da nur zustimmen. Der letzte Satz jagte mir dann aber ein stutziges Grinsen ein. Wie soll das denn "auch mal so gedacht" worden sein? Vor allem: von wem? Das klang dann etwas arg nach der kindlichen Vorstellung, die Welt wurde doch ganz sicher nach einem vernünftigen Prinzip erdacht und eingerichtet, nur müsste ich noch etwas klüger und erwachsener werden, um es zu finden ... Pustekuchen.

In einer Gesellschaft ist die Rolle der Polizei die des Aufpassers und Durchsetzers gesellschaftlicher Regeln. In einer Gesellschaft die darauf beruht, ihre Mitglieder durch Angst und Gewalt unter Kontrolle zu halten, ist die Polizei dann auch folgerichtig gewalttätig und angsteinflößend. Dementsprechend hat sie auch einen schlechten Ruf und ist eher Feind als Ziel von Wunschvorstellungen. Beispielhaft wären da viele Ostblockstaaten.

In einer korrupten "wer Geld hat sagt an" Gesellschaft ist die Polizei eben korrupt und dient den Interessen jener, die sie bezahlt. Beispiele dafür gibts wie Sand am Meer (insbesondere das Mittelmeer), richtig opulent in Gegenden mit wirklich reichen Schirmherren (legal wie illegal), denen Ort, Region und Staat zu danken haben bzw. die sich diese Dankbarkeit schlicht erkaufen. Einfach mal in nächster Zeit Nachrichten über Mexiko folgen.

In einer vernünftigen und zudem menschlich mitfühlenden Gesellschaft wäre die Polizei dann vielleicht vernünftig und mitfühlend, wenn auch wie eh und jeh auf Regeln des Zusammenlebens und ihrer Einhaltung ausgerichtet, was meines Erachtens übrigens wirklich notwendig ist. Wenn sich die Polizei da verändert sieht man höchsten, worin sich die Gesellschaft eine Generation vorher verändert hat, sowie etwas aktueller welche Methoden in der Gesellschaft akzeptiert sind und daher eben auch zu Polizeimethoden werden. Wobei der Einzelne durchaus mal überrascht werden kann, welcher Grad an Gewalt und Missachtung der Menschenwürde gegen bestimmte Menschengruppen denn tatsächlich gesellschaftlich akzeptiert ist.

Was mich in Deutschland da wundert, nicht unbedingt aktuell sondern über die ganze mir bekannte Geschichte: irgendwie bildet sich der deutsche Michel ein die Polizei sei doch im Grunde ihres und seines Herzens sein Freund. Das ist weit mehr als das eher übliche "du hasst die Polizei, dann rufe doch das nächste Mal wenn du in der Scheiße steckst einen Hippie um Hilfe". Bei uns scheint es mir wird die Polizei da nicht als Staatsmacht verstanden, was sie zweifelsohne ist, sondern als eine Art freundliche Übermacht, welche der Willkür und alltäglichen Dreistigkeit der Menschenschinder die Sturheit schützender Gesetze entgegen hält. Da ist die Polizei dann sozusagen der Garant des letzten Stücks Würde, die dir im Falle des Falles auch dein Vorgesetzter, Arbeitgeber oder deine Kollegen nicht nehmen dürfen, eben weils so im BGB steht (nicht etwa weil Polizisten bessere Menschen sind, so naiv nun auch nicht). Ein bisschen verkehrte Welt, in der man darauf hoffen muss die Polizei beschützt einen vor der Rohheit der Mitmenschen. Das tut sie eben höchstens solange diese Rohheit die Regeln dieser Gesellschaft verletzen und sie bedrohen, also strafwürdig sind. Ist die Rohheit Teil der Regeln dieser Gesellschaft, so beschützt die Polizei nicht denjenigen, der Opfer der Rohheit wird, sondern ihren Urheber. So landen dann eben auch Vergewaltigungsopfer wegen Ehebruch oder Pazifisten wegen Fahnenflucht im Gefängnis.

Zu guter letzt: ich bin froh die Polizei des deutschen Kaiserreichs, welche auch die Polizei der Weimarer Republik war, existiert nicht mehr. Von dem was man bei den Nazis Polizei genannt hat ganz zu schweigen, auch wenn vieles davon in die Bundesrepublik "gerettet" wurde. Ich bin für mich hier in Sachsen froh es gibt keine Vopos mehr, auch wenn ich zu jung bin welche erlebt zu haben. Ich bin froh die Polizei in Westdeutschland wurde mit den Jahrzehnten zusammen mit dem Rest der Gesellschaft weniger spießbürgerlich, auch wenn da noch einiges zu tun ist. Ich bin nicht froh, dass sich wie auch alle anderen Polizisten wohl zunehmend verarscht fühlen und dementsprechend weniger Skrupel haben, die Gesellschaft oder was sie dafür halten nach eigenem Gutdünken zurückzuverarschen.
25.07.10 @ 03:57
Kommentar von: Sven [Besucher]
SvenGanz einfach: So "gedacht" ist das laut Verfassung. Stichworte "Rechtsstaat" & "Unschuldsvermutung" u.v.m.
28.07.10 @ 13:43


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