« Welche Regierung lässt WISO-Beitrag über Bankenabzocke sperren?Eigentlich war gestern Pirate Day »

3 Kommentare

Kommentar von: Chris [Besucher]
Chris...den zuletzt erwähnten Artikel las ich auch eben.
Schon crazy: Frisch geduscht, und ab ins Meer.
Ich frage mich dann immer - anknüpfend an deine Gedanken oben - 'gab es denn GAR NICHTS mehr, was ihm Freude bereitete?'

#traurig
21.09.11 @ 18:32
Kommentar von: amo [Besucher] E-Mail
amoes liegt immer gutes aber auch schlechtes vor einem. und wenn das gute das schlechte nicht mehr aufwiegt, darf nach meiner vorstellung ein mensch durchaus abwägen. ich musste das jetzt schreiben auch wenn ich weiss, dass das alles sehr komplizierte probleme sind und keine kommentarspalte der welt ausreicht.
25.09.11 @ 21:08
Kommentar von: Gollum [Besucher]
GollumWarum der Meyer-Lucht nun nach seinem Tode so vergeheimnisst wird, erscheint schon etwas merkwürdig. Hoffentlich wurde er nicht von Geheimdiensten erpresst oder in die Mangel genommen. Das passiert einem schneller, als man für möglich hält.

Suizid ist eine Frage des Aktionismus, also ob man bis zuletzt die Zügel in den Händen behalten will oder nicht. Wenn sonst nichts mehr geht oder zu gehen scheint. Es ist also nicht zu sehr eine Frage von Depression oder vorübergehender geistiger Farbenblindheit. Sondern schon eine Sache, die in den innersten Überzeugungen längst angelegt ist. Das öffentliche Bewußtsein und auch die Psychiater tun viel zu sehr so, als sei es nur ein Thema für Versager und Übersensible. Das ist nicht so.

Als ich vor 25 Jahren tief depressiv einige halbherzige Selbstmordversuche machte und anschließend von Psychiater zu Psychiater weiter gereicht wurde, haben mir Leute geholfen, die mir zeigten, dass noch etwas geht. Fremde Leute, die mein Leben ansonsten gar nicht berührte und die von dieser Hilfe eigentlich selber nichts hatten. Nach der Wende dann habe ich oft gedacht, hätte ich mich damals umgebracht, hätte ich diese turbulente und überaus interessante Zeit danach nicht erlebt.

Obwohl ich auch danach überwiegend Pech hatte und, schonungslos beurteilt, zum Bodensatz der Gesellschaft gehöre. Vor elf Jahren hatte mich jemand versucht totzuschlagen. Seitdem bin ich behindert. Ich kann zwar laufen, mein Gehirn läuft aber nur noch im Minimalprogramm, sozusagen in Zeitlupe. Alles, was ich mal konnte oder gewußt habe ist weg. An Gewohnheiten oder Hobbys, die für mich selbstverständlich waren, kann ich mich kaum noch erinnern. Von Schmerzen mag ich nicht reden. Meine Sehkraft und Feinmotorik lassen ständig nach, das deprimiert besonders. Kein Mensch möchte auf absehbare Zeit ein Pflegefall werden. Deshalb habe ich Schlaftabletten gehamstert, eine Flasche vergifteten Schnaps bereit stehen, und sogar einen fertig geknüpften Strick, der nun seit einer Ewigkeit oben um einem Balken geschlungen ist. Damit es nicht zum Problem wird, wenn mal ganz schnell soweit sein sollte. Und, Ihr werdet jetzt vielleicht lachen, das ist es, was mir jeden Morgen das Interesse am kommenden Tages aufrecht erhält.

Um noch mal zu Meyer-Lucht zurück zu kommen. Ich habe ihn nicht verstanden. Er ruhe in Frieden.
12.11.11 @ 16:26