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19 Kommentare

Kommentar von: Sven [Besucher]
SvenOb es wirklich schon das Ende ist weiß ich nicht. Zumindest der Anfang vom Ende, wäre schön.

Allerdings versuchen die im Moment sehr intensiv, dieses "Internet" unter ihre Kontrolle zu bekommen, das ihr Leben so kompliziert macht. Ich glaube nicht, dass sie das schaffen werden, da bin ich auch durchaus optimistisch. Aber das passiert nicht automatisch, sondern nur, weil/wenn wir es nicht zulassen.

Bah, ich konnte diese Arschlöcher früher schon nicht ausstehen. Je früher die von der Bildfläche verschwinden umso besser. Vielleicht kann man dann irgenwann doch mal wieder Nachrichten gucken ohne Brechreiz selbst bei gemutetem Ton...
08.01.12 @ 23:32
Kommentar von: daMax [Besucher]
daMaxWie gerne würde ich Deinen Optimismus teilen. Was ich statt dessen sehe ist, dass Guttenberg jetzt "Internetfreiheitskommisar" wurde und dass seine Freunde aus der Wirtschaft alles daran setzen, diesem freien Internet einen möglichst schnellen Tod zu verschaffen (SOPA, ACTA, HADOPI etc).

Wäre schön, wenn Du Recht behieltest...
09.01.12 @ 09:03
Kommentar von: Alexander Erben [Besucher] E-Mail
Alexander ErbenSchön, falls es sich so entwickelt. Pessimisten könnten natürlich befürchten, dass die nächste Generation Karriereplan sich die Netzmechanismen einfach zunutze macht, statt sie unzeitgemäß zu ignorieren. Und dann wird es ggf. noch schwieriger, die 'ehrlichen' von den 'korrupten' zu unterscheiden. Freier Informationsaustausch mag zwar Voraussetzung für Transparenz sein, ist aber noch lange keine Garantie dafür, glaube ich. Aber einfach mal sehen...:)
09.01.12 @ 10:20
Kommentar von: arne [Besucher] E-Mail
arneSchöner Text, der als ewige Wahrheit auch gerne öfter recyclet werden darf. Der "Wir gegen Die"-Ansatz hilft allerdings nicht weiter. Statt weiter in diesem gerade implodierten System nach alten Kategorien zu greifen und so das System zu perpetuieren, wäre es wohl klüger, das Systemdenken als solches in Frage zu stellen. Dazu gehören Themen wie Konkurrenz, Leistung, Gerechtigkeit, Globalisierung vs. nationale Strkturen etc.. Ein dickes Brett, was man da bohren muss. Die Gefrusteten haben die Zeit, Energie, Intelligenz und Macht etwas Neues zu entwickeln und jetzt auch durchzusetzen. Es werden täglich mehr. Also dranbleiben, Leute.
09.01.12 @ 12:41
Kommentar von: Tom [Besucher]
Tom@Jens, letzter Absatz ---- Die Idee hatte ich auch schon. Allerdings keinen anderen Anhaltspunkt, als daß es zeitlich passen würde.

Und: Super Text.

@Alexander Erben: Aber einfach mal sehen...:) ---- Ja nee. (Der) Souverän bleiben und gleichzeitig positive Konzepte durchsetzen.
09.01.12 @ 17:22
Kommentar von: dennis [Besucher]
dennisSchöner Artikel, ich (35j) kenne auch viele der beschriebenen Exemplare aus meiner Schulzeit. Wie diese Leute drauf sind, ist allerdings auch eine Reaktion auf die herrschenden Umstände. Eine materialistische Sichtweise auf die Welt wurde den Angehörigen meiner Generation von klein auf über Medien und Werbung eingetrichtert. Man muss erstmal die geistige Größe und das Umfeld haben, sich diesem Werbe-, Konsum-, und Erfolgsdruck zu entziehen. Das hat nicht jeder; im Gegenteil: Viele Eltern befeuern das ja auch noch. Und der Druck ist in den letzten Jahrzehnten eher noch größer geworden. Das ist schade, aber das ist die Realität.
09.01.12 @ 18:36
Kommentar von: teekay [Besucher]
teekayInteressanter Artikel. Allerdings sollte man nicht uebersehen, dass wie auch immer gestrauchelte 'Karrieristen' heute eben auch die Moeglichkeit haben, relativ schnell und teilweise relativ unverbluemt in neuen Karrieren wieder aufzustehen. Schroeder, Roland Koch oder Guttenberg sind da Beispiele fuer Leute die 'weg' waren und dann ganz, ganz schnell wieder 'da' waren. Das Wachstum der Lobby- und Beratungsbranche ist sicherlich zu nennen. Ausserdem werden die 'Streber' aus der Schulzeit ja nicht nur Politiker und Vorstands-Mitglieder mit Dr. iur.-Titel, sondern koennen bei Unternehmensberatungen, Wirtschaftspruefern, Grosskanzleien oder in der Finanzindustrie kraeftig Schaden anrichten. Ich wuerde fast soweit gehen, dass Kernargument umzudrehen: Trotz Internet und Transparenz wird die 'Ellenbogengesellschaft' nicht abnehmen, sondern zunehmen. Banker werden nicht zur Rechenschaft gezogen, Politiker wechseln in die 'Wirtschaft' und wenn man z.B. ein 'Allgemeingut' wie die Bahn wie Mehdorn behandelt hat, kann man immer noch eine Airline managen-Proteste und Flug-Stornierungen bleiben da eher aus. Es muss sich erst noch zeigen, ob die neue, oftmals virtuelle, 'open society' auch neue Formen der Rechenschaft, Rechtssprechung etc. hervorbringt.
09.01.12 @ 19:58
Kommentar von: Chris [Besucher]
ChrisDanke!!
Das ist eine so unglaublich treffende Darstellung dieser Menschen, wirklich klasse!
09.01.12 @ 21:09
Kommentar von: Bernd von K. [Besucher]
Bernd von K.@Alexander

Interessante Frage! Die Welt wird schließlich nicht besser durch das Internet, nur anders.

Eine neue deutsche Partei ist bei der Netzwerknutzung zur persönlichen Optimierung schon einen Schritt weiter. Sie bietet "Nicks" zur Wahl an. Wer (oder wieviele) auch immer dahinter steht.
09.01.12 @ 23:11
Kommentar von: Tim [Besucher]
TimNetter Text, aber ziemlich fantastisch. Wenn sie ein wenig Einblick in diese Kreise hätten, dann würden sie sehen, nix ändert sich.
10.01.12 @ 08:38
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail
@teekay: Koch ist ja nicht gestrauchelt sondern ein 'würdiger' Vertreter der Zunft. Dass die Seilschaften immer noch prima tragen und den Jungs sanfte Landungen und jede Menge Notausgänge bescheren bestreite ich nicht - das haben die ja auch geschickt aufgebaut: Selbst Misserfolg wird noch mit nem Bonus belohnt, das gibts echt nur dort. Meine Beobachtung ist, dass die Menschen seit sehr kurzer Zeit beginnen, dieses lange gewachsene und dadurch sehr stabile und etablierte System in Frage zu stellen. Das ist gerade mal der Beginn eines Bewusstseinswandels. Wie viel dadurch wirklich verändert werden kann (oder ob überhaupt) liegt jetzt an uns, nicht an denen - die werden alles versuchen, diese Entwicklung zu verlangsamen. Und nicht alle Berater sind Karrieristen. Ich nenne mich beruflich auch so und helfe Firmen und Leuten dabei, zum Beispiel Plattformen zu schaffen, die die Wertschätzung von Mitarbeitern erhöhen und sie damit ermutigen, sich mehr zu beteiligen. Ich denke, Beteiligung ist der Schlüssel.

@Tim: Das Argument "da ändert sich doch eh nix" zählt nicht. Das ist entweder ne billige Ausrede für persönliche Faulheit oder Du hast das Märchen von der "Alternativlosigkeit" geschluckt. Du bist damit genau da wo sie dich haben wollen.
10.01.12 @ 08:56
Kommentar von: ninjaturkey [Besucher]
ninjaturkeyMeine Tochter (im Fach Deutsch ziemlich gut) hat es gestern abgelehnt, einem Klassenkameraden für 15 (!!!) EUR die Hausaufgaben zu machen (Eigentlich nur ein eher kurzer Aufsatz - dafür hätte ICH es schon fast gemacht). Wahrscheinlich hat sie sich damit jemanden kurzfristig zum Feind gemacht, mit ein wenig Glück aber mittel und langfristig einen weiteren neoliberalen Schmarotzer mit Elitestatus verhindert!
10.01.12 @ 09:59
Kommentar von: Sven [Besucher]
Sven@ninjaturkey: Wenn das meine Tochter wäre hätte sie dafür von mir 15 Euro bekommen :-)
10.01.12 @ 16:05
Kommentar von: Deef [Besucher]
DeefHallo Jens,

hab den Text geflattert, weil ich den von dir beschriebenen Menschentyp auch nicht mag. Du bist allerdings zu optimistisch.

Ich glaube nicht, dass Karrieristen ein Phänomen "unserer" Generation sind, sondern dass es sie schon immer gab. Du hast vielleicht Heinrich Manns "Der Untertan" gelesen. Mann beschreibt in dem 1914 erschienen Roman einen deiner Schilderung nicht unähnlichen Karrieristen. Und wenn man in Kästners, Tucholskys oder auch Kafkas Texte hineinschaut, so tauchen da häufiger willfährige Prokuristen-Figuren auf. Auch die deutschen Dikaturen haben wunderbar mit auf den eigenen Vorteil bedachten Mitläufern funktioniert und von ihnen profitiert. D.h.: es gibt keine Generation Karriereplan, sondern es gab immer einen Teil einer Generation, der so funktioniert.

Ich glaube außerdem nicht, dass die aktuellen Ereignisse das Ende dieses Typs Mensch sind. Sie verändern sich lediglich. Vielleicht wird die nächste Egoisten-Generation vorsichtiger, vielleicht legen sich neue Karrieristen ein pseudo-markantes Profil zu, weil Aalglattheit aus der Mode kommt. Survival of the fittest bedeutet auch, dass es auch weiterhin viele dem Zeitgeist angepasste Karrieristen geben wird.
11.01.12 @ 12:23
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail
Ganz ehrlich? Nachdem ich den Text fertiggeschrieben habe (ich schreibe solche Texte meistens am Stück einfach runter) und ihn noch mal durchgelesen habe dachte ich auch "Hm, das ist schon arg optimistisch ausgedrückt." Allerdings dachte ich mir als nächstes auch, dass es vielleicht auch mal ganz gut ist, eine solche Sichtweise zu veröffentlichen, kräftigen Kulturpessimismus gibt es ja auch zu Hauf und irgendwie sagt da auch keiner "Hey, wenn ihr alle Recht hättet wäre die Welt schon zehnmal untergegangen/ das Internet längst abgeschaltet/ alle Menschen verblödet/ Deutschland ein Polizeistaat..." you name it. Die Wahrheit ist, dass wir glücklicher sind, wenn wir uns engagieren und die Verhältnisse verbessern.
Was das mit der Generation angeht: Das stimmt natürlich - worauf ich hinaus wollte war, dass "unsere" Generation ja gerade dabei ist, verantwortliche Stellen zu besetzen und mein Artikel richtet sich daher so ein wenig apellativ speziell an meine Altersgenossen, es jetzt nicht zu verkacken, weil sie/wir da jetzt echt Möglichkeiten haben, ein paar Dinge zu verändern.
11.01.12 @ 17:13
Kommentar von: mayarosa [Besucher]
mayarosaIch denke, wenn alle, die hier schreiben und kommentieren oder interessiert mitlesen, wenn die alle achstam sind und bei sich selbst anfangen, mit Ehrlichkeit, Transparenz, Solidaritiät und all diesen Werten eines angenehmen Miteinanders und wenn sie dann noch ihre Kinder entsprechend erziehen und ihnen Vorbild sind, dann sind wir auf einem guten Weg in eine bessere Welt.
Denn das beschriebene und zu recht kritisierte Verhalten findet nicht nur bei denen statt, die es nach oben geschafft haben. Das lässt sich in jeder beliebigen Nachbarschaft beobachten. Ebenso sind nicht alle, die es nach oben geschafft haben, Vertreter der beschriebenen Spezies.
11.01.12 @ 21:25
Kommentar von: zweitesselbst [Besucher]
zweitesselbstoh, das klingt aber revolutionär. hehe

dann pass nur auf, dass Dir das Internet nicht abgestellt wird.
11.01.12 @ 21:31
Kommentar von: ullibulli [Besucher]
ullibulliIm Prinzip richtig, nur sehr verallgemeinert zum Beispiel in Bezug auf BWL-Studenten. Diese Leute lassen sich nicht unbedingt in eine Berufsschiene drängen. Guttenberg und Wulff sind Anwälte, wie übrigens die meisten Politiker. Doch ich gebe Ihnen Recht, dass unter den BWLern der Prozentsatz dieser Spezies überproportional hoch ist.
12.01.12 @ 14:10
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail
@zweitesselbst: Och, das sehe ich entspannt.

@ullibulli: Ja, ich stelle das verallgemeinert dar. Es geht mir aber auch nicht um eine im Detail akkurate Darstellung.
13.01.12 @ 00:47


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