« Parteien: Die TV-SerienUninteressante Orte in 360 Grad (1) »

4 Kommentare

Wirtschaftsphilosoph"Vorteile gegenüber anderen zu haben, das ist die Definition von Privilegien." Das ist falsch. Privilegien sind Vorrechte, nicht Vorteile. Wer sich etwas selbst erarbeitet oder erspart hat, genießt keine Privilegien. Entsprechend spricht gegen Frauenquoten, dass das angeborene Geschlecht dadurch ein wichtigeres Kriterium wird als die Leistung. Das wichtigste Privileg heutzutage wird gar nicht erwähnt: Die Staatsbürgerschaft.
11.11.12 @ 12:46
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail

Really? Nochmal für Haarspalter?

Über Vorrechte hat man - in meinem kleinbürgerlichen Laienverständnis - Vorteile. Insoweit kann es natürlich sein, dass der juristische Fachbegriff ein anderer ist. Für das tatsächliche Erleben tut das nichts zur Sache.

Mit "Wer sich etwas selbst erarbeitet oder erspart hat, genießt keine Privilegien" hast Du Recht, hab ich aber auch nirgends anders geschrieben, ich nehme also an, Du führst das als Strohmannargument auf (als wahre Aussage, die die Richtigkeit des Folgearguments verstärken soll - was es freilich nicht tut).

Deine eigentliche Argumentation ist dann: "(Es) spricht gegen Frauenquoten, dass das angeborene Geschlecht (...) ein wichtigeres Kriterium wird als die Leistung.". Das stimmt zwar, aber dummerweise nur im Fall der Privilegien, die Männer momentan im Berufsleben haben: Sie verdienen mehr Geld bei gleicher Ausbildung und werden bei der Einstellung bevorzugt. Was sonst sind also - selbst nach Deiner eigenen Definition - diese Vorrechte, die Männern offensichtlich und messbar zugesprochen werden? Doch wohl Privilegien. Und zwar welche, die rein auf Grund des angeborenen Geschlechts existieren und nicht auf Grund einer Leistung.

Eine Frauenquote sorgt nun dafür, dass diese unverdienten Privilegien zumindest eingeschränkt werden (muss ich Dir auch noch vorrechnen, dass eine Frauenquote von 40% immer noch eine Benachteiligung von Frauen bedeutet?).

Logik und Mathematik setzt bei Ideologen gerne mal aus, ich weiß. Aber hier funktioniert beides dummerweise so eindeutig und klar, dass es echt peinlich ist, sich dagegen zu wehren.

11.11.12 @ 18:24
Wirtschaftsphilosoph"Logik und Mathematik setz[en] bei Ideologen gerne mal aus, ich weiß. Aber hier funktioniert beides dummerweise so eindeutig und klar, dass es echt peinlich ist, sich dagegen zu wehren."

Volle Zustimmung.

"Über Vorrechte hat man - in meinem kleinbürgerlichen Laienverständnis - Vorteile." Das ist richtig. Vorrechte führen zu Vorteilen. Aber jetzt kommt die Logik: Es gilt nicht die Umkehrung, dass alle Vorteile auf Vorrechten beruhen (sondern z. B. auch auf Leistung, Glück oder Genen). Die Gleichsetzung von Vorteilen und Vorrechten ist falsch und führt zu Ihrer weiteren Verwirrung, z. B. rund um die Frauenquote.
11.11.12 @ 21:56
Kommentar von: Jens Scholz [Mitglied] E-Mail

Dass eine Quote überhaupt nötig ist, finde ich ebenfalls unmöglich. Aber wahrscheinlich aus anderen Gründen.

So lange Du verstanden hast, dass eine Frauenquote die etablierten und Vorrechte von Männern - die freiwillig abzubauen sie in den letzten 30 Jahren nicht bereit waren - herunterreguliert und nicht etwa neue Vorrechte für Frauen schafft, ist für mich alles ok.

Update: Die Argumente haben sich ansonsten in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich geändert:


(Quelle)

12.11.12 @ 07:37