.. ihr menschen seid komisch

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In Antwort auf: Meine Anmerkungen zur DSGVO

Kommentar von: ClaudiaBerlin [Besucher]

ClaudiaBerlin

Stimme weitgehend zu, die Herangehensweise war uns ist einfach mies - man hätte auch im Anpassungsgesetz vieles entschärfen bzw. für die Kleinen konkretisieren können. Ist nicht passiert, der Schaden ist da!

Aber mal zu:
“das Versäumnis, bestimmte Techniken und Methoden der Datensammlung für den Zweck der Erstellung von kommerziell genutzten Nutzerprofilen wirklich zu verbieten.”
Das soll noch kommen, nämlich in der E-Privacy-Verordnung, die leider derzeit “hängt” - weil der Lobbydruck offenbar zu groß ist?

Dazu dieser Artikel, der klar macht, wie massiv sich dieses Regelwerk auswirken könnte, WENN es dann verabschiedet wird:

https://www.zeit.de/digital/2018-05/e-privacy-verordnung-datenschutz-nutzer-nachverfolgung-werbeindustrie

“Die Verordnung befasst sich mit Kommunikationsdaten im Internet, also zum Beispiel mit Informationen, die anfallen, wenn Nutzer eine Website besuchen oder per Messenger-Dienst kommunizieren. Diese Daten sollen nicht mehr ohne Weiteres gespeichert und analysiert werden können. Das sogenannte Tracking, also das Verfolgen des Surfverhaltens einer Nutzerin oder eines Nutzers, soll ohne Einwilligung nicht mehr möglich sein. “

31.05.18 @ 09:32

In Antwort auf: Meine Anmerkungen zur DSGVO

Kommentar von: Dirk [Besucher]

Dirk

Oh ich sehe, ich habe mich an einer Stelle verschrieben. Statt “eigentliche” sollte da “einzige” stehen, also “Einwilligung ist die einzige Möglichkeit” … so klingt der Satz natürlich ganz anders. Was ich meinte: Eine Einwilligung hilft den Unternehmen nur solange, bis diese entzogen wird. Dass dies nicht rückwirkend gilt, kann nicht wirklich beanstandet werden, aber man kann dann sowohl die Löschung - wenn dem nicht gesetzliche Gründe entgegenstehen - wie auch die Übertragung seiner Daten verlangen - wie auch immer das funktionieren soll. Dieser Punkt ist tatsächlich gründlich misslungen, weil praktisch nicht vernünftig umsetzbar - für alle Beteiligten, also auch die großen Unternehmen.

Die Öffnungsklauseln finde ich ebenfalls problematisch, weil sie tatsächlich nur Verwirrung stiften und das BDSG-neu auch in Bereiche übergreift, für die es gar keine Öffnungsklauseln gibt. Eigentlich hätte gar nichts auf nationaler Ebene umgesetzt werden müssen.

29.05.18 @ 23:05

In Antwort auf: Meine Anmerkungen zur DSGVO

Kommentar von: [Mitglied]

Seltsam. Du hast den relevanten Teil zitiert, der Deinen Einwand, es benötige ja einer Zustimmung, wenn zB FB Daten weiterhin so verarbeiten will wie es das bisher schon tut, bestätigt (sprich: Hab ich doch geschrieben).
Und wogegen sich das Gesetzt richten “will” und wogegen es sich wegen der Schlampigkeit, mit denen es in unsere Gesetzeslandschaft eingebunden wurde (die EU-Vorlage hat extra Öffnungsklauseln dafür, die aber nicht behandelt wurden - übrigens einer der Gründe, warum so viele abgewartet haben, wie die Umsetzung denn nun am Ende wirklich ausfällt) richten lässt sind halt zwei unterschiedliche Dinge.

29.05.18 @ 21:06

In Antwort auf: Meine Anmerkungen zur DSGVO

Kommentar von: Dirk [Besucher]

Dirk

“So kann man das alles auch weiterhin, wenn man 5000 Worte Datenschutzerklärung im Keller aufhängt. Mehr noch: Dadurch dass man sich das vom Nutzer absegnen lässt, hat der hinterher sogar noch weniger Möglichkeiten, seine Datensouveränität wiederzuerlangen.”

Das ist nicht korrekt. Die beste Datenschutzerklärung macht eine Datenverarbeitung nicht legal, wenn die Rechtsgrundlage fehlt. Diese ist sehr klar geregelt. Einwilligung ist die eigentliche Möglichkeit, ohne sonstige Rechtsgrundlage Daten zu verarbeiten und diese kann jederzeit widerrufen werden. Die DSGVO ist nicht besser oder schlechter als 99% aller anderen Gesetze (und auch nicht schlechter verständlich, im Gegenteil). Man kann natürlich vieles kritisieren, aber das Gesetz richtet sich mit Sicherheit eben nicht gegen kleine Blogbetreiber, sondern gegen große Konzerne, die allesamt mehr Panik schieben als nach außen dringt. Alleine zu behaupten “Die wollen gar keinen Datenmissbrauch verhindern". Ich nehme nicht an, dass du das irgendwie belegen kannst.

29.05.18 @ 20:57
Marco

Die Kritik an meinem Kommentar versteh ich nicht, Jens Scholz, sie ist ja selbst simpel und generell. Amazon ist groß geworden mit Büchern, die es überall zum gleichen Preis gibt. Wir sind schuld, dass wir für dasselbe Geld viel kaputt gemacht haben an Arbeitsplätzen, Innenstädten und Steuereinnahmen.
Viel zu oft geht es um Bequemlichkeit und um Widersprüchlichkeit. Jeder will mitmachen und keiner will schuld sein. Und alles wird immer einseitiger. Google, Whatsapp, Amazon, Facebook, Youtube. Mehr fällt den Leuten nicht mehr ein, und das soll fortschrittlich sein.
Und immer sind es dieselben paar Firmen, die dahinter stecken, alle weit weg, alle Steuertrickser erster Güte, alle Daten- (und damit Menschen-) Rechte-Verachter vom Dienst. DVDs? Amazon. Streaming? Amazon. Clouds? Amazons größte Einnahmequelle.
Ich bin Online-affin. Ich liebe Bücher und Filme. Ich habe immer mehr als genug davon bekommen, auch heute noch, Bestellungen gab es in der Buchhandlung in der Regel rucki-zucki.

06.04.18 @ 13:26
Jürgen Plauensteiner

Lebensmitteleinkauf oder “normaler” Einkauf waren für mich immer eine Qual. Ich kann das Argument nachvollziehen, dass Online oder auch die großes Hypermarkets am Stadtrand das ganze erleichtern. Ich gehe nicht mehr in einen kleinen Markt, weil der halt dann die Curry-Paste nicht hat, sondern die führt halt nur der große Markt außerhalb der Stadt. Dort kaufe ich ein.
Ich sehe auch nicht, dass die kleinen Läden wegen dem Internet sterben. Die sterben, weil sie einfach nichts haben. Das Sortiment ist einfach größer im Internet, da gibt es nichts zu machen.
Kleidung würde ich auch im Internet kaufen, wenn da nicht das Problem mit der Größe und dem Anprobieren wäre.
Um noch mal zu den Lebensmitteln zurückzukommen. Was sich da bei mir geändert hat, ist die Herangehensweise. Ich bin seit 2 Jahren Mitglied einer solidarischen Landwirtschaft. Seither beschäftige ich mich viel mehr mit Regionalität, Saisonalität und Geschmack. Daher ist das “Einkaufen” hier tatsächlich ein Erlebnis geworden. Mit dem Interesse kommt dann auch die Begeisterung. Und alles was an Gemüse nicht dort zu bekommen ist kaufe ich weiterhin im Hypermarket und bin froh, wenn ich da wieder raus bin.
Was Läden daher schaffen müssen ist uns zu begeistern für ihre Produkte, dann werden sie auch überleben.

03.04.18 @ 14:46
Marco

Wenn mir der eine Schuhladen zu doof ist, kann ich in den anderen gehen. Wenn es vor Ort nicht geht, dann online. Zu unterstützen, dass das alles monopolisiert wird, halt ich für keine gute Idee.
Muss ich wirklich wegen einem Artikel loslegen, brauche ich den wirklich sofort, kann ich es nicht mit was Sinnvollem verbinden? Was Amazon an Gutem macht, macht es auf dem Rücken anderer, bis hin zu den Steuertricks, die unserer Infrarstruktur schaden. Ein Händler vor Ort kann unmöglich auch nur annähernd so schlimm sein.
Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass der Amazon-Chef (inzwischen der reichste Mann der Welt) sich die vielleicht traditionsreichste, politisch wichtigste Zeitung der USA gekauft hat, die Washington Post? Auf allen Amazon-Lesegeräten ist sie nun vorinstalliert.
Mich erinnert das schwer an Berlusconi, nur größer, ist halt Amerika. So wie Trumps Karriere. Und der hat Amazon gerade für sein vernichtendes Handeln kritisiert. Fand noch nicht viele Aktionen von ihm gut, aber hier hat er getroffen.

03.04.18 @ 14:36
Marko

@Dietmar:
Genau mein reden! Ich habe echt kein Problem, beim lokalen Händler ein paar Euro mehr zu zahlen, wenn ich denn weiß, dass er das Produkt vor Ort hat. Das könnte ich ja auf seiner Webseite nachschauen. Wenn er denn eine hätte.

Aber was heute eben nicht mehr geht: Das der Kunde alle fünf Nachbarkäffer abfahren muss um jedes mal bei jedem Händler zu erfahren “haben wir nicht, kommt vielleicht in zwei Wochen, vielleicht dauerts aber auch länger".

Und was das Gejammere wegen Amazon angeht, gibt es ein schönes Bonmot von Jeff Bezos: “Die Konkurenz überlegt morgens unter der Dusche, was sie gegen Amazon unternehmen könnte. Ich überlege mir unter der Dusche, was ich für meine Kunden tun könnte".

Und ich frage mich immer wieder, warum Otto, Quelle, Wenz, Neckermann und wie sie alle heissen und hiessen, heute nicht in Europa (oder wenigstens Deutschland) ansatzweise eine Konkurenz sind.

29.03.18 @ 21:16
Kloppi64

Super Artikel. Anfang der 90er waren wir öfter in Amerika. Dort fiel, bei kleineren Städten folgendes auf: Stadteinwärts: Einkaufszentrum-Autohändler-Hotel; Stadtauswärts: das Selbe nur umgekehrt. Ich sagte noch: “Hoffentlich machen die das im Osten nicht genauso…” Ich lebe nun seit dieser Zeit im Nordosten und leider, ja, es geschah genau so. Nirgendwo gibt es mehr Verkaufsfläche pro Einwohner als hier. Die Center der Otto-Gruppe sind chick und stehen mitten im Zentrum. Darum herum noch ein C&A und ein H&M und dann: Nichts mehr. Den Kaffee´s in der Fußgängerzone wurden jetzt auch noch die letzten 2m Tischfläche um das Gebäude genommen. Ach ja, und parken kann man dort auch nicht mehr. Nur noch Anwohner. Also auf zum Center auf die Wiese. Was interessiert mich die Innenstadt. Dabei gingen wir ursprünglich dort gerne einkaufen und bummeln. Jetzt nur noch Eigentumswohnungen oder Häuser, die vor allem eines brauchen: Viel Ruhe! Schade.

29.03.18 @ 20:26
Dietmar

Leider mangelt es vielen lokalen Händlern an Kompetenzen, um sich heutzutage noch ansatzweise sichtbar zu halten. Karludwig kommentierte hier “Also hab ich vorher auf der Internetseite der Gärtnerei nachgeschaut. Das kann ich zu Hause machen. Weil die Seite informativ war, bin ich hin und hab meine Kräuter fast alle bekommen.” und Christoph Brem kommentiert richtig “Trotzdem muss der lokale Einzelhandel mit der Zeit gehen und sich digitalisieren.

Genau da mache ich tägliche schlechte Erfahrungen als lokales Geschäftsverzeichnis meines Kiezportals KIEZEKATZE in Berlin Reinickendorf. Da haben Leute sogar (nach langer Überlegung)einen Eintrag incl Anzeigenflatrate Werbe Beiträgen gekauft und nutzen das dann nicht! Die könnten mit einem Artikel auf unserer Kiezplattform Tausende Nachbarn sogar per Push Mitteilung in der App erreichen und machen das nicht (obwohl es schon bezahlt ist!).

Warum die das nicht machen? Weil sie es nicht können. Die können nicht formulieren und jede kleine Hürde zur Online Präsenz ist denen zu hoch. Da helfen auch keine Webbaukästen oder Google Angebote.

Was die lokalen Geschäfte benötigen ist, dass sie sich zusammentun und gemeinsam Marketing- und Onlinekompetenzen einkaufen oder sich besser austauschen. Noch besser wäre jemand, der jeden einzelnen Friseur, Bäcker, Schuster, Blumenhändler an die Hand nimmt und ihn zu seinem Glück zwingt.

Ich habe kürzlich eine Website für einen Blumenladen hier ums Eck gebaut. Davor habe ich recherchiert, was andere Blumenläden in Berlin so für Webseiten haben. Ergebnis: Grauenhaft! Natürlich hat der Blumenladen jetzt im mobile View einen Whatsapp Kontakt Button. Aber die anderen…?

Als wir in unserer Nachbarschaft einen Unternehmerstammtisch zum Zwecke des Kompetenzaustauschs gegründet hatten, meinten doch die meisten gleich: “Ja, aber ein zweiter Blumenhändler kommt mir hier nicht an den Tisch". Ey Leute, die sind doch nicht Euer Problem! Sondern die wirklich großen, egal ob online oder offline.

So, das lag mir schon länger auf der Seele…

29.03.18 @ 18:38
Andreas

Schön auf den Punkt gemacht und seit Jahren mein Reden. Die jetzigen Riesen werde vom Internethandel deshalb gefressen, weil sie überflüssig sind. Sie bieten mir in der Regel keine Leistung die ich brauche. Sie haben sich dadurch überflüssig gemacht, dass oft unwissende Verkäufer mir nicht beratend zur Seite standen und ich somit auch gleich im Internet einkaufen konnten. So wird das Internet nicht meinen Schuh- und Bekleidungsverkäufer nicht ersetzen. Ich habe dort “meine” Geschäfte die ich aufsuche. Dort sind Verkäufer, die wissen was ich mag, sehen, ob ein Produkt zu mir passen könnte und mir unaufgefordert Alternativen oder auch ganz neue Möglichkeiten vorschlagen. Bei den Schuhen muss ich nicht stundenlang suchen. Welche Passform für mich in Frage kommt? Er hat es im Kopf. Ich habe Spaß beim Einkaufen (obwohl ich es hasse….). Ich kaufe meinen Kaffe in einer kleinen Rösterei (weil ich den Inhalber schätze und der Kaffee schmeckt). Mein Auto kommt in eine kleine Werkstatt (und ich kaufe die Ersatzeile nicht billiger im Internet) da der Meister sich gerade macht, wenn etwas nicht läuft. Und damit sind wir genau bei dem Punkt, wo das Internet vom Handel her angreifbar ist: Der kleine Händler / Handwerker etc. muss im Netz sichtbar sein. Er muss seine persönliche Leistung einbringen und sich somit von der anonymen Masse der Großen absetzen und er muss seinen Kunden kennen. Damit wird er die Erbsenzähler nicht gewinnen können, aber von denen könnte er sowieso nicht leben. Das kann er getrost den Internetriesen überlassen.

29.03.18 @ 18:03

@Dinah: Wenn Du den Vortagsartikel gesehen hast, wirst Du den verlassenen Hertie gesehen haben - den hab ich in Neustadt fotografiert, eben an dem Tag, an dem mir auffiel, dass die Innenstadt schön hergerichtet ist und an den Rändern diese etwas ranzigen Mall-Ruinen stehen. Ich kann natürlich nichts über die Entwicklung sagen, ob die positiv oder negativ ist und ob bzw wie hier ein Plan dahintersteht oder nicht. Mir fiel aber die große Anzahl zentral in der Altstadt befindlichen kleinen, individuellen Läden auf und das gefiel mir sehr gut.

29.03.18 @ 18:00
Dinah

Ich musste etwas schmunzeln, als ich Neustadt an der Weinstraße gelesen habe, da dies meine Heimatstadt ist und für mich ein Beispiel kontinuierlichen demographischen Verfalls, bei dem sich wunderbar ein Beispiel umgekehrter Gentrifizierung beobachten lässt (die wenigen Besserverdiener und Winzer residieren auf den Vorstadthügeln und die Innenstadt wird immer ärmer und günstiger, entsprechendes Publikum inklusive), aber wenn man als Tourist dort ist, merkt man es dank der hübschen Fassaden nicht.
Aber! Dann dachte ich kurz darüber nach, was du über die Verdrängung durch Warenhausketten geschrieben hast und stellte fest, da steckt sehr viel Wahrheit drin. Die Neustadter FuZo wurde Jahrzehnte lang dominiert von Karstadt. Dadurch war der obere Teil der FuZo nahezu tot und kaum eine Neueröffnung hat sich gehalten. Dann ging Karstadt pleite und alle fingen an zu jammern, wo man denn jetzt in der Stadt nun einkaufen solle.

Aber oh Wunder! Fast ein Jahrzehnt später hat Neustadt nicht nur eine FuZo, sondern auch noch ein Netz von kleineren Einkaufsstraßen, das sich durch den ganzen Ortskern zieht. Tatsächlich werden alle Abteilungen des Kaufhauses inzwischen durch florierende kleine Einzelhandelsgeschäfte und kleinere lokale Modeketten wie Jakob ersetzt. Dazu kommt, dass die Stadt ausnahmsweise frühzeitig Potential erkannte und die Fußgängerzone(n!) umfangreich aufhübschen ließ, so dass ein gemütlicher Stadtbummel sogar wieder Spaß macht. Einkauf + Erlebnis scheint also immernoch attraktiv zu sein.

Zudem: viele Käufer haben die Nase voll von Ketten und den immer gleich aufgebauten Malls. Ich z.B. kaufe nur deshalb bequem online ein, weil ich weiß, dass ich in den 1000+1 Shoppingmalls von Berlin garnicht schauen muß, weil sowieso alle das gleiche haben. Dagegen sind es vor allem die kleinen neu eröffneten “Traditionsgeschäfte", die niedergelassenen Jungdesigner in F-Hain oder andere Kuriositäten, die mich weg vom PC in die Stadt locken.

Am Ende siegt deshalb glaube ich immernoch ein gutes Konzept und Sortiment - egal ob im Internet oder in der Stadt, oder in beiden Bereichen orientiert.

29.03.18 @ 17:42
Frank Kirchner

Das kannibalisieren findet auf allen Kanälen statt, das ist ein Teil der Entwicklung der Menschheit, dem Streben nach mehr. Wir als Verbraucher können selbst die Entscheidung treffen, wo wir wie und wieviel Geld für Dinge oder Dientleistungen ausgeben. Die beiden Artikel habe ich mit Freude gelesen und ich finde, dass keine so extrem negative Darstellung von amazon stattfindet. Erst kürzlich ging ein Aufschrei durch unsere Branche: “amazon macht einen eigenen Friseurgrosshandelshop auf.” Wie doof für den Friseurgrosshandel, der doch schon mindestens ein Jahrzehnt lang selbst Shops eingerichtet hat, um Friseurartikel an die Endverbraucher oder an die Heimfriseurin zu verkaufen, natürlich gestützt von der Industrie. Irgendwann haben dann größere Friseursalons ihre eigenen Internetshops aufgemacht und ihre Verkäufe durch Preisdumping angekurbelt, teilweise tauchten sogar Markenartikel in grossen Mengen zu billigsten Preisen auf Flohmärkten auf. Dennoch gibt es auch bei uns im Salon den Kunden, der zu schätzen weiss, dass Beratung auch ihren Wert hat, dass bei uns auch mal Leerlaufzeiten bezahlt werden müssen, die Heizung läuft und das Licht brennt. Wir gehören nicht zu den billigsten, aber wir versorgen unsere Kundschaft mit den nach unserem Empfinden besten Produkten, nicht mit Shampoos für 10,- € aus dem 10l-Kanister, sondern mit Produkten die auf die Haarqualität abgestimmt sind und dann selbst für uns mal gerade 30,- € der Liter kosten. Ist teuer, aber unsere Kunden danken es uns und kommen gerne. Und diese Entscheidung treffen Sie, wie auch ich meine Kaufentscheidungen treffe, ganz bewusst.

29.03.18 @ 16:55
Helena

Ich brauch beides. Online und stationär. Klamottenshoppen im Internet finde ich einfach nur meganervig. Würde ich im Leben nicht machen, Lebensmittel sowieso nicht. Erst recht keine Bücher. Wer das in Zeiten der Buchpreisbindung macht, wenn er nicht am Ende der Welt wohnt, dem ist nicht zu helfen. Aber es gibt einfach Dinge, deren Handel sich stationär nicht flächendeckend lohnt. Stichwort LARP, Reenactment, Cosplay. Wer da unterwegs ist, kommt ohne Onlinehandel nicht sehr weit. Wenn ich alle Stoffe und anderen Materialien stationär kaufen wollte, wär ich pausenlos im Auto unterwegs. Allerdings gibt es sowas in der Regel auch nicht bei Amazon sondern bei kleineren Anbietern.

Flohmärkte: liebe ich heiß und innig, kann mir Ebay niemals ersetzen.

Stichwort Sklavenarbeit. Die Logistikbranche ist eine der besch… überhaupt. Flächendeckend. Amazon gehört da noch zu den Guten der Branche mit knapp über Mindestlohn, geregelten Arbeitszeiten und Betriebsrat. Das wirkliche Problem sind die Speditionen, die das Zeug dann breitfahren. Was da abgeht, wünscht sich niemand wirklich.

29.03.18 @ 16:53