Oh noez! Zebu, der Hund vom Schockwellenreiter, über den ich seit ich bloggen kann immer mal wieder was neues lese ist krank und braucht einen Blutspender! Wußte gar nicht dass es das gibt, aber bitte, liebe Hundebesitzer in Berlin, klickt mal rüber und meldet euch.

Ach je, der Kleine ist dann jetzt auch schon 12 Jahre alt. Unglaublich. Einerseits hab ich das Gefühl, ich hab ihn gestern erst im Kinderwagen durch die Gegend gefahren, andererseits fallen mir so unglaublich viele Dinge ein, die wir schon zusammen gemacht haben.
Ich hoffe, dass wir noch viel mehr tolle Sachen machen können, bevor das Interesse an seinem ollen Papa und diesem ganzen Elternkram abflaut. Vorsätze fürs nächste Jahr gibts auch: Ich will ihn dazu bringen, gerne zu lesen und dabei helfen, mit seinem Dickkopf etwas weniger anzuecken.
Happy Birthday, mein Süßer.
Dieses Blog - also das Blog unter der URL hier - ist seit ein paar Tagen zehn Jahre alt. Der Untertitel hat sich seitdem nie geändert, er war das Erste, über das ich länger nachdenken musste, als ich mein Blog damals bei blogger.com angelegt habe und lautet auch jetzt noch "personal news in undefinierter dringlichkeit, wichtigkeit oder thematik - ein subjektives log als experiment, wie lange dinge, die wichtig erscheinen, es in wirklichkeit bleiben." Genau das wollte ich haben und das habe ich bis heute. Ich habe seitdem nie wieder darüber nachgedacht, ob ich daran etwas ändern sollte.
Veränderungen gab es dennoch immer wieder. Eingewoben in die Zeit, manches bleibend wie die Kommentare, die anfangs wirklich nur ein nettes Gimmick und über ein externes Script mehr schlecht als recht eingebunden wurden und lange Zeit auch gar nicht unbedingt zu einem ordentlichen Blog gehörten, manches kommend und gehend, weils nur für eine bestimmte Dauer interessant war, wie zum Beispiel diese Spielerei mit der Pencam.
Wenn ich mich durch die Archive wühle stelle ich fest, dass tatsächlich das meiste, was ich aufgeschrieben habe, nur für eine gewisse Weile relevant war - das ein oder andere durchaus mal länger, anderes wäre wahrscheinlich inzwischen komplett vergessen, stünde es nicht da. Ein Thema, was längere Zeit Relevanz hatte war zum Beispiel meine Beschäftigung mit Herrn Möllemann damals. Sein Fallschirmabsturz sorgte dann für ein Ende des allgemeinen und auch meines Interesses. Das erste Thema, das mich über mehrere Tage und Wochen beschäftigte war der Erfurter Amoklauf und die Hysterie der Presse und der Politiker, die sich in diese peinliche Killerspieldebatte versteift haben. Ob populistische Politiker oder die Verteufelung von Jugendkultur: Letztendlich sind zwar die konkreten Anlässe tatsächlich nicht mehr relevant, aber die übergeordneten Themen sind es offensichtlich doch. Ich schreibe heute vielleicht nicht mehr über Möllemanns plumpen Antisemitismus (bzw. hier), sondern eben über Sarazzins dummen Rassismus.
Was sich auch geändert hat: Die generelle Art der Inhalte haben sich ein wenig ausdifferenziert. Es gab doch früher ziemlich viele reine Spaßmeldungen, Anmerkungen, Fragespiele wie die Friday Five oder die sogenannten "Stöckchen" und einfach mal einen Link über den man so gestolpert ist, generell in allen und auch in meinem Blog. Diese Dinge werden aber heute - auch von mir - fast komplett über andere Plattformen wie Facebook und Twitter abgewickelt. Weils auch viel sinnvoller ist, denn die ganzen Links und eingebundenen Bildchen aus Fragespielen funktionieren natürlich heute überhaupt nicht mehr. Dass es dafür inzwischen dafür viel passendere, weil "vergesslichere" Medien gibt stellt aber nur einen Teil der Gründe, dass sich die Inhalte veränderten. Es kamen in den Jahren natürlich auch Dienste dazu, die einem ganz neue Möglichkeiten eröffneten, wie zum Beispiel Youtube, auf das ich zum ersten mal im Sommer 2006 ein eigenes Video hochgeladen habe.
Auch verändert hat sich die Menge der persönlichen Postings. Ich schreibe viel weniger über mich, was keine bewusste Entscheidung ist, sondern sich irgendwie ergeben hat. Wahrscheinlich zum Teil ebenfalls dadurch, dass sich das in etwas abgeschlosseneren Services abspielt, aber das öffentliche Schreiben über sich gehörte ja auch irgendwie immer dazu. Ich glaube weniger, dass sich das wegen der sozialen Netzwerke aus dem Blog geschlichen hat. Das hat eher damit zu tun, dass hier einfach inzwischen sehr viel mehr Menschen mitlesen als in den ersten Jahren. Spätestesn seit dem ersten Vierteljahr 2006, als recht kurz hintereinander die Geschichte um die Klowände des Internet und die Euroweb-Abmahnung direkt gefolgt von der Tranparency-Geschichte um Moni meinem Blog ziemlich große Aufmerksamkeit bescherten und ich beobachtete, dass sich seitdem die Leserzahlen trotzdem ich danach eher nicht mehr auf solche Scoops aus war (mit der Ausnahme des Zensurartikels, für dessen Verbreitung ich bewusst alle Möglichkeiten ausprobierte, die einem als einfachem Blogger zur Verfügung stehen und der noch immer der bei weitem am häufigsten aufgerufene Artikel meines Blogs ist) immer noch pro Jahr fast verdoppelten. Das war mir dann für diese kleinen privaten Dinge doch zu viel, vor allem für Texte, in denen ich nicht über mich alleine hätte schreiben wollen. Diese Geschichten sind daher inzwischen in kleine andere Blogs umgezogen, wo die Leserzahl wieder sehr überschaubar ist.
Was mir auch auffällt, wo ich so ein paar Archivseiten durchschaue: Ich bin mit den Zeiten nicht immer klar. will sagen: Bei einigen Ereignissen denke ich mir "Wie bitte, das ist schon so lange her?" weil ich sie, hätte ich raten müssen wann das war, locker ein paar Jahre später einsortiert hätte. Bei anderen ist es umgekehrt und ich habe das Gefühl, das ist schon eine Ewigkeit her. Und dann finde ich das vielleicht in 2007 oder so.
Jedenfalls bin ich ganz froh, dass meine ursprüngliche Motivation, nämlich einfach mal so lange wie möglich all die Sachen aufzuschreiben, die mich umtreiben um irgendwann mal eine richtig lange, durchgehende Chronik zu erhalten, wirklich dafür gesorgt hat, dass genau das passiert ist: Ich kann auf zehn Jahre zurückblicken, in denen sich das Internet veränderte und entwickelte, ich mich - zum Teil sogar sehr stark - veränderte und in denen sich letztendlich wirklich herauskristallisierte, welche Themen für mich auch langfristig die relevanten sind.
In diesem Sinne, auf die nächsten zehn Jahre.
Ich höre gerne Musik. Und ich höre sehr viel davon. Es gibt im Moment so viel gute Musik, weil wohl durch den Untergang der Musikindustrie und dadurch, daß sie im Internet nicht so wie in den alten Medien die Kanäle dicht halten und mit ihrer Industrieware alles vollstopfen kann, plötzlich so viel Platz für so viele unglaublich gute Künstlerinnen und Künstler da ist, von denen man vor wenigen Jahren noch nie etwas mitbekommen hätte wie nie zuvor.
Es macht also momentan viel Spaß, Musik zu hören, denn es ist so leicht, schönes zu entdecken. Und doch passiert es hin und wieder, dass ich etwas höre, was noch einmal so viel besser ist als alles andere. So bin ich gestern auf dem überhaupt sehr empfehlenswerten Thesixtyone über Jo Hamilton gestolpert, im speziellen über dieses Lied hier. Ich kanns nicht anders sagen: Es bringt mich völlig aus der Fassung. So sehr durchgeschüttelt und gerührt und spontan die Tränen in die Augen gebracht hat mich seit einer gefühlten Ewigkeit kein einzelnes Lied mehr. Und es ist das Lied insgesamt, nicht etwa nur diese Stimme. Die ist zwar unglaublich, aber es ist auch der Text, das Arrangement, das Wettergrollen, das dem Refrain unterlegt ist und irgendwie all das zusammen was diesem einen Lied eine Kraft gibt, die einen komplett die Deckung nimmt, die Gedanken wegbläst und schlichtweg überrollt. Es ist das erste Mal dass ich ein Musikalbum sofort und direkt online gekauft und runtergeladen habe und das läuft momentan bei mir ununterbrochen. Ich verstehe gar nicht, dass diese Frau und ihre Musik nicht viel bekannter ist, das Album ist schon fast ein Jahr alt (es erschien letztes Jahr an meinem Geburtstag) und ich habe weder im Fernsehen noch im Radio auch nur das geringste davon gehört.
Sie hat auch einige sehr schöne Videos auf Youtube, die garantiert nicht wegen irgendwelchem fucking content von Sony gesperrt werden. Eins davon will ich euch unbedingt zeigen, weil sie da auf einem von Omer Yoshas AirPianos spielt, einem der großartigsten Musikinstrumente, die es gibt:
Und jetzt hat sie mich auch noch dazu gebracht, einen Artikel über sie und ihre Musik zu schreiben...
Update: Sie bloggt jetzt auch.
Dass die beiden am häufigsten favorisierten Tweets von mir mit der Musikindustrie zu tun haben und vor allem der jüngste davon eigentlich nur beinhaltete, dass mich diese Meldung, dass ich wegen Sony-Content ein Video nicht anschauen dürfe inzwischen so unglaublich nervt zeigt mir gut, dass ich nicht der einzige bin, der sich von dieser Unterhaltungsindustrie nicht mehr unterhalten fühlt.
Grade läuft sich dieses Video von Sid, dem Liedermacher bei Twitter und Co hübsch warm und ich denke, dass wir das auch in den nächsten Wochen noch einige Male hören und sehen werden und seine momentan nur knapp 2000 Aufrufe sich schlagartig erhöhen werden. Und mit was? Mit Recht.
Update: Hier gibts den Song auch zum Download (via René)
Wow! Du bist jetzt 9 Jahre alt. Ich überleg mir was schönes für Dich. Vielleicht mal wieder einen ganz langen Artikel. Versprochen.
(Und mach Dir keinen Kopf wegen dem Flattr-Button nach 9 Jahren komplett probono bloggen. Der gilt immer fürs ganze Blog. Ich bin wahrscheinlich eh zu faul, für jeden Artikel einen Code und Button zu erzeugen).
Ich lese so alle ein, zwei Jahre mal ein Buch von Murakami. Nicht, weil ich mir das irgendwie vornehme oder unbedingt alle seine Bücher lesen will - ich stolpere meistens in Buchläden drüber. Aber irgendwie passen seine Erzählungen dann jedes Mal gut in meine jeweilige Situation. Vor drei Jahren, als ich so etwas wie ein neues eigenes Leben angefangen habe, hab ich "Mister Aufziehvogel" gelesen. Ich fuhr zu dieser Zeit fast eineinhalb Stunden mit S-Bahnen und Regionalexpress von Düsseldorf zu meiner neuen Arbeitsstelle bzw. zurück und an den Wochenenden mit dem ICE nach Neu-Isenburg. Einerseits war ich zuvor noch nie derart entwurzelt, andererseits aber auch schon lange Zeit nicht mehr so unabhängig von irgendwelchen Tagesverpflichtungen. Der Job ging von selbst, da ich für das was ich tat doch inzwischen auf sehr viel Erfahrung zurückgreifen konnte. Ich genoss es, mich für nichts wirklich beeilen zu müssen, da es keinen Grund gab, zu einer bestimmten Zeit irgendwo hin zu kommen. Ich wurde nirgends von jemandem oder etwas erwartet. Mister Aufziehvogel war ein Buch, das mich darin zu unterstützen schien, diese Situation gut zu finden. Es geht darin um jemanden, der sich ausklinkt, der zunächst vom Gleis rutscht, dann aber diesen Zustand annimmt, sogar verstärkt, sich in einen inneren Retreat begibt und verwandelt wieder herauskommt. Nicht dass es eine Konkretisierung dieser Verwandlung gibt oder eine genauere Beschreibung und Unterscheidung, es gibt keinen Vorher-Nachher Vergleich. Der Protagonist bleibt dieselbe Person, aber er hat sich irgendwie sowas wie gehäutet.
Letztes Jahr hab ich "Kafka am Strand" gelesen, das ebenfalls ein gutes Timing hatte, das ich hier jedoch nicht ausführlich abhandeln muss.
Vor einigen Wochen dann habe ich angefangen, "Wilde Schafsjagd" zu lesen. Hier schien die Parallele zunächst die zusein, dass ich gerade mehr oder weniger absichtlich meinen gemütlichen Job gegen einen sehr viel hektischeren getauscht habe, noch dazu einen, bei dem noch nicht wirklich absehbar ist, wohin er mich noch führen wird. Während des Lesens wurde mir aber klar, dass es darum nicht ging. Es ging um Abschiede und wie man sie richtig macht. Einige lässt man einfach geschehen, andere muss man erarbeiten, wieder andere haben eine größere Bedeutung, eine deren Auswirkungen aber niemals ganz klar werden können, selbst wenn man zumindest schon erfasst hat, wie wichtig sie sind und dass sie unbedingt sein müssen, damit alles - nicht nur für einen selbst - weitergehen kann. Ein besseres Buch hätte ich als Vorbereitung auf die vorletzte Woche nicht lesen können.
Jetzt lese ich direkt hinterher die Fortsetzung - "Tanz mit dem Schafsmann" - in der es, soweit ich es momentan überblicke - darum geht, wieder in den Tritt zu kommen. Der wichtige Satz, den der Protagonist als Rat auf die Frage bekam, was er tun solle, ist wohl "Tanzen. Immer weitertanzen, solange die Musik spielt. Dann wird sich die Starre lösen. Tanzen ist alles. Brillant tanzen, so dass alle dich bewundern." - und ab diesem Moment passieren jede Menge seltsame Dinge, begegnen ihm neue Menschen, die ihm wichtig werden und über allem steht die Drohung, dass er es nicht schaffen könnte, dass er einfriert, dass sich die Verknüpfungen lösen und er in der Dunkelheit verschwinden könnte. Allerdings könnte es sein, dass das Buch noch eine völlig unerwartete Wendung vollführt, denn eigentlich wird, zumindest mir, immer erst in den paar letzten Kapiteln richtig klar, worum es eigentlich geht. Aber schon jetzt ist die Welt, in die mich Murakami da wieder mitnimmt, eine mit der ich gerade jetzt schon wieder sehr viel anfangen kann, die meiner eigenen Welt schon wieder sehr viel mehr ähnelt als es mir lieb ist.
Drei Tage Alex in Hamburg besucht. Drei Tage durch die Stadt gelaufen und alles angeschaut. Drei Tage viel Wind und viel Wetter genossen. Drei Tage viel Ruhe und viel Spaß mit Lewin gehabt.
Und es gibt jede Menge Fotos. Das hier ist mein liebstes:
(alle Fotos hier)
Es ist viel passiert in den letzten eineinhalb Wochen. Nicht viel sichtbares. Aber eine Trennung, die so plötzlich und unvermittelt kam, dass ich zunächst vorsichtshalber auf die Bremse gestiegen bin, um nichts verkehrtes zu machen.
Und eine Woche, in der der neue Job so anspruchsvoll und dicht gepackt war, dass mir die damit verbundene notwendige Konzentration darauf sehr Recht war.
Und am Ende gab es ein gutes Gespräch, das wieder den Blick ausrichtete, das erdete und in dem wir uns auch einig darüber wurden, dass es nicht schlimm ist, wenn eine schöne Zeit zu Ende geht. Dass das nicht heißt, dass wir uns nicht mögen, achten, weiterhin die Dinge zusammen tun können, die uns gut tun. Wenn eine Verbindung nicht mehr passt weil wir uns in drei Jahren beide so sehr verändert haben, dass sie einengt, stresst, den anderen unglücklich macht, kann man nicht verkrampft daran festhalten. Sie reißt ja am Ende sowieso. Und wenn ich ehrlich bin, steckten wir tatsächlich schon eine ganze Weile fest. Sie hat lediglich zuerst den Mut gefunden, das auch zu sagen.
Jetzt packe ich gerade meinen Koffer, denn ich fahre mit Lewin ein paar Tage nach Hamburg und mache dort mit ihm Urlaub. Das kann man mit ihm gut, ich war ja mit ihm auch schon mal für ein paar Tage in Berlin unterwegs. Es ist grade sowieso niemand mehr hier in Köln. Astrid ist nach Kreta abgedüst, Eva nach Schweden, Joshua hat diese Woche auch Besuch und ist beschäftigt. Da kann ich ruhig mal ein paar Tage abhauen.
Giardino fragte im Laufe der Diskussion zum Schienen legen Artikel
... Wie sieht ein Modell des Zusammenlebens aus, das deinen Vorstellungen nahe kommt? Inwiefern bist du dem schon näher gekommen, wie du schreibst? (Das interessiert mich wirklich. Falls dir diese Fragen nicht zu persönlich sind.)
Und ich hatte hier einen ziemlich langen und enthusiastischen Artikel angefangen mit vielen Dingen, die ich in den letzten drei Jahren gelernt habe und wie das Leben aussieht, das ich gerade habe und was davon gut ist und was davon ich noch anders machen will.
Ich habe das alles aber gerade komplett löschen müssen, da - für mich leider völlig unerwartet - seit eben nichts mehr daran stimmt. Statt des Artikels darüber wie schön sich das mit meinem Leben grade entwickelt und wie ich mir vorstelle wie es noch besser wird ist hier stattdessen für wahrscheinlich eine längere Zeit Pause, ich weiß grade schlicht gar nichts.


