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Samstag, Februar 06, 2010

Euroweb schon wieder bei Escher
Zum dritten Mal und schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen (Sendung vom 15. Januar und die vom August 2009) waren Euroweb und Webstyle Thema in der mdr-Sendung "Ein Fall für Escher":


Watch Ein Fall fuer Escher 3 - Euroweb und Webstyle vor dem BGH (Sendung v. 04.02.2010) in Aktivismus & Nonprofit  |  View More Free Videos Online at Veoh.com

So ein wenig hat man den Eindruck, daß Escher richtig Blut geleckt hat, ich sehe diese Sendung, in der zwar inhaltlich eher wenig neues gezeigt wird aber dafür eine ganz eindeutige Positionierung für die Betroffenen getätigt wird, als eine offene Kampfansage. Eschers Formulierungen, ob es die "ausbaldowerten" Verträge sind oder die Frage, was die geschädigten tun können, um Euroweb "mal richtig wehzutun" sind harte Provokationen.
Ob er die Jungs von Euroweb und Webstyle damit aus der Reserve locken kann wird sich wahrscheinlich schon bald zeigen. Wenn das meine Sendung wäre hätte ich jetzt jedenfalls noch einen richtigen Knaller in der Hinterhand, den ich in dem Moment zünden würde, wenn die herausgeforderte Gegenreaktion ankommt. Ich bin sehr gespannt...

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Mittwoch, Februar 03, 2010

Abmahnung per E-Mail
Jetzt isses ja nicht so, daß das was neues ist, eine Abmahnung per Mail zu bekommen. Allerdings kommt sowas bislang wenig später auch noch als Einschreiben per Briefpost an, da man ja davon ausgeht, daß bei Kommunikation per E-Mail nicht gesichert ist, daß der Absender echt ist oder sie ankommt. Seit 15 Jahren wird ja deswegen auch über digitale Signaturen gestritten, Innenminister um Innenminister versuchen sich vergeblich an Bestimmungen und Gesetzen zur Einführung von Verfahren, E-Mails "amtlich" zu machen, lassen dabei aber selbst PGP-Schlüssel nicht als Identifizierung gelten.
Das Landgericht Hamburg lebt, was dieses Problem angeht, offenbar in einem Paralleluniversum, denn es
... entschied, dass die von einer Firewall abgefangene E-Mail als "zugegangen" zu beurteilen sei und dass das Risiko, dass eine solche E-Mail verloren gegangen sei, ganz bei dem Abgemahnten läge.
HEißt das jetzt also, daß man diese ganze De-Mail Geschichte jetzt einstellen kann? Nicht nur, daß plötzlich eine einfache E-Mail doch als rechtsgültiges Dokument durchgeht - sie gilt selbst dann, wenn sie im Spamfilter landet? Also langsam sollte man sich da mal einig werden, wie's jetzt sein soll.

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Blogger stellt FTP-Support ein
Was für ein Dreck! Der Grund, weswegen ich überhaupt Blogger benutze, ist, daß die Blogeinträge als statische HTML-Dateien auf meinem eigenen Webserver abgelegt werden. Keine Performanceeinbrüche, keine Datenbankprobleme, Backup einfach nur durch copy/paste... und grade bekomme ich ne Mail, daß Google dieses einzige Killerfeature ihres Blogdienstes ab Ende März streicht.
Somit hat mein Blog, kurz bevor es sein Zehnjähriges feiert, ein Problem. Schaffe ich es, bis Ende März - also praktisch übermorgen, was die Sache ziemlich unmöglich macht - irgendwie mein Blog auf irgendein anderes System umzubauen? Ich kenne niemanden, der nicht schon mal üble Erfahrungen mit diesem Datenbankzeug gemacht hat. Ich mußte bei mir seit 10 Jahren nicht einmal wirklich unters Auto kriechen. Hier und da mal bissel was am Template gemacht, alles in easypeasy Hausgebrauch-HTML. Das hätte wegen mir noch die nächsten 10 Jahre so weitergehen können.
Was ich auf keinen Fall mache ist, dem Vorschlag von Google folgen und deren Kram verwenden. Warum hab ich denn wohl alles auf meinem eigenen Server haben wollen in the first place? Mein Kram kommt mir jedenfalls nicht auf Google-Server, auf denen so viel nur auf Zuruf gelöscht wird wie nirgendwo sonst und irgendwelcher Kram ein- und ausgeblendet wird ohne daß ich das ändern kann.
Naja, mal sehen. Am wahrscheinlichsten wird hier ab April erstmal ne ganze Weile Funkstille herrschen, so lange nicht irgendwer hier vorbeikommt und mir sagt "Ey, kein Problem, ich bau Dir mal was schönes zusammen."

Update: Offensichtlich ist die Zielgruppe zu der ich gehöre und die da verprellt wird, sich da ziemlich einig.

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von Jens Scholz   direct link      10 Kommentare
 

Montag, Februar 01, 2010

Mein re-publica Vorschlag
Ich hab letztens so drei Stunden vor Ende der Einreichfrist noch einen Panelvorschlag für die re-publica eingereicht.

Was im Deutschen Internet wirklich hassenswert ist

Ich fände es toll, wenn ein Panel zustande kommen könnte, auf dem sich ein paar eloquente Damen und Herren, die möglichst keine Berater oder Entrepeneure oder Startup-Macker oder Journalisten sind darüber unterhalten könnte, was am deutschen Internet nervt.
Mir selbst fallen da alleine schon gut fünfzig Themen von nervig (Die immer gleichen Diskussionen, die man spätestens ab dem Nuhr-Zitat mitbeten kann. Dass Schirrmacher nicht kapiert, dass das, was den Menschen ausmacht, nicht seine Daten sind...) über verändernswert (Der wirklich peinlich verkrampfte Umgang mit Frauen im Netz... ) bis hin zu wirklich gefährlichen Entwicklungen (der Kampf gegen netzfeindliche Politiker. Die Musikindustrie die für ihr sterbendes Geschäftsmodell über Leichen gehen...) ein und ich stelle mir das so vor, daß da auch jeweils gar nicht lange rumdiskutiert wird, sondern einer ein Thema nennt, es kurz begründet und die anderen höchsten ein zwei Sätze dazu beisteuern ("Ja, nervt mich auch, weil..." oder "Ach, das ist nicht so schlimm, weil...").
Wenn da fünf oder sechs Leute ein zwei Abende etwas üben und auf der Bühne Schlag auf Schlag die Themen explodieren werden könnte man in einem 30 Minuten Feuerwerk eine komprimierte Zusammenfassung all dessen hinlegen, was hier im Internet so richtig Scheiße läuft.
Fänd ich klasse, würd ich gerne dabei sein und das auch organisieren.
Als Panelteilnehmer würde ich u.a. versuchen, Anna vom annalist-Blog und Bov Bjerg zu gewinnen. Ich könnte mir auch René gut in so ner Runde vorstellen. Es darf halt keine Plauderstunde sein, sondern eben wirklich internetlike: Also komprimiert, nicht redundant, extrem schnell und mit ganz viel Information auf engstem Raum.

Update: Und grade les ich, daß Felix schon vor mir fast dieselbe Idee hatte. Und daß ausgerechnet der letzte Satz da oben eine Redundanz enthält. Außerdem hab ich hier noch die Journalisten in den ersten Absatz geschmuggelt, die ich im gesendeten Text vergessen hatte.

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Freitag, Januar 29, 2010

Aaaah! Das ist ja unsere erste Spielkonsole!

Palladium Tele-Cassetten-Game hieß das also. Gefunden in dieser exorbitanten Riesensammlung alter Spielkonsolen.
(via keinhalma)

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Anonymität im Internet
ist, wie zumindest diejenigen wissen, die schon eine Weile dabei sind, zwar vielbeschworen, aber in Wirklichkeit nicht wirklich vorhanden. Allein mit den Mitteln, die jedem Internetnutzer zur Verfügung stehen, kann man in relativ kurzer Zeit jede Menge über jemanden anderen herausfinden, der sich im Internet bewegt.
Ich erinnere mich, daß ich schon lange vor Google-Maps, Geotracking und immer mehr Profildaten erzeugende Social Media Services mal nur an Hand einer weitergeleiteten anonymen E-Mail (irgendein rechtsradikales Geschwätz mit den üblichen wüsten Drohungen) innerhalb von etwa 20 Minuten Name und Adresse des Absenders für eine Anzeige rausgefunden habe - nachdem die Polizei dem Empfänger zuvor erklärte, daß es ja wegen des Internets unmöglich sei, ihn zu ermitteln.
Wie umproblematisch das heutzutage funktionieren kann berichtet Mr Sam hier sehr eindrucksvoll und für den ein oder anderen sicher auch erschreckend. Sein iPhone wurde gestohlen, was er offensichtlich sehr persönlich nahm:
I wanted him to know, I know where he is, I know who his family members are, I know where he lives, I know who his roommates are, I know who his roommates cousins are, I know what his sister drives, I know where he eats, I know his name, I know his age, his mothers age? anything and everything to prove to this Pinche that he is holding Satan?s cell phone.
Hier entlang für die ganze Story.

Und passend dazu noch ein Update: Wenn Behörden nicht mit Daten umgehen können passiert dann sowas.

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Mittwoch, Januar 27, 2010

Probleme trennen: Unsere Jugend wird nicht im Internet bedroht
Wie schon bei unserer Zensursula-Debatte letztes Jahr müssen wir uns für die Beschäftigung mit den aktuellen Versuchen, die Netz- und Meinungsfreiheit mit Hilfe eines Stellvertreterproblems einzuschränken, auch bemühen, eine klare Thementrennung hinzubekommen.
Wir können Frau von der Leyen im Nachhinein tatsächlich sogar dankbar sein, denn ich glaube, so umfassend, kompetent und transparent wurde das Problem der Verbreitung von Kinderpornografie nie angegangen, öffentlich untersucht und thematisiert. Wir haben viel darüber gelernt und herausgefunden, wie Politiker und Pseudokinderschützer die Opfer instrumentalisieren und wozu Umfragen genutzt werden; wir haben gelernt, daß es Opfer gibt, die auch dazu klare Worte finden und wir sehen auch jetzt noch was passiert, wenn man beginnt, die richtigen Forderungen zu stellen, um dem Problem ernsthaft zu begegnen und nicht nur als Wahlkampfvehikel zu benutzen.
Ein wichtiges Kriterium für den Erfolg unserer Bemühungen war, nicht nur gegen die plumpen Zensurversuche und für die Netzfreiheit als solche zu kämpfen, sondern auch, durch die ernsthafte und kompetente Aufklärung über das zuvor nur vorgeschobene Problemfeld die Themen sauber voneinander zu trennen.
Eben dies ist nun auch beim Jugendmedienschutz-Staatsvertrag notwendig. Wir müssen uns anschauen, was der Popanz ist, der hier als Begründung für die Notwendigkeit der Maßnahmen ins Feld geführt wird. Das ist noch leicht: Es geht um Jugendschutz. Und wir müssen uns nun auch diesmal wieder dieses Thema vorknöpfen und ernster nehmen als diejenigen, die es missbrauchen. Das ist nicht mehr so leicht, denn es ist ein wesentlich weiteres Feld als letztes Mal.
Malte hat dennoch damit schon mal angefangen, hat die Problematik um den Jugendschutz von der Problematik freies Internet isoliert betrachtet und wirft den Ball weit ins gegnerische Feld:
(...) Wenn man sich Sorgen machen möchte um unsere Kinder, dann muss man sich mit Phänomenen wie den folgenden auseinander setzen:
Alleinerziehende haben ein ungeheures Armutsrisiko. Sie haben die Wahl, ihre Kinder entweder in Armut aufwachsen zu lassen oder zu vernachlässigen.
9to5-Jobs sind zu 24/7-Jobs geworden.
Kinder erleben viel zu früh einen wahnsinnigen Karrieredruck und wachsen in der Angst auf, den Ansprüchen nicht zu genügen.
Kinder werden mit Geschenken und materiellen Zuwendungen dafür entschädigt, dass die Eltern zu wenig Zeit für sie haben.
Eltern sorgen sich, dass sie nicht mehr der beste Freund ihrer Kinder sein können, wenn sie ihnen Grenzen aufzeigen.

Wenn es ein Problem gibt mit der Jugend von heute, dann hat dieses Problem nichts mit Pornographie zu tun. Jugendliche brauchen nicht mehr Schutz, Jugendliche brauchen mehr Aufmerksamkeit. Wenn aber die gesamte Mittelschicht gegen den Absturz in die Unterschicht kämpft, dann haben die Erwachsenen gar nicht mehr die Zeit, sich um die Kleinen zu kümmern.
Diese Probleme sind allerdings nur durch eine gesellschaftliche Neuausrichtung hinzubekommen. Als Politiker ist es da natürlich der etwas einfacherere Weg, die Verantwortung an Internet-Provider abzugeben.

Hier ergibt sich eine Chance für die Netzgemeinde und ihrer hohen dynamischen Qualität: Wir sollten genügend Kompetenz in unseren Reihen finden, um das Thema "Wie gehen wir eigentlich als Gesellschaft mit der Jugend um?" wesentlich intensiver, breiter und tiefgehender aufarbeiten zu können und so erneut einerseits die Oberflächlichkeit hinter den Forderungen nach Regulierungen im Internet entlarven und den Parteien parallel eine echte Diskussion aufzwingen, die dem an sich nämlich wirklich wichtigen Thema auch wirklich gerecht wird.

Update: Falk hat übrigens Recht: Es ist gerade tatsächlich eine gewisse Bereitschaft da, auf die Stimmen aus der Netzgemeinde zu hören. Das muss genutzt werden.

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Dienstag, Januar 26, 2010

Up
fand ich als Film ja mehr so Mittel. Zu viel "Heulen Sie bitte... jetzt!", ein paar Längen zu viel und der völlig unklar zwischen gefährlich und lächerlich oszillierende Bösewicht machte ihn zum ungefähr fünftbesten Pixarfilm für mich.
Aber das hier find ich total super:

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Jugendschutz als Klowandreiniger und was nun wirklich zu tun ist
Man kann die Gefahr gar nicht groß genug sehen, die momentan von diesem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ausgeht. Die ersten Analysen des Inhaltes sind nicht nur alarmierend, sondern lassen gar schon Wirtschaftsteilnehmer, die normalerweise eher weniger im Ruf stehen, politisch besonders progressiv zu sein, vor dem Ende der freien Kommunikation im Internet warnen.
Wie Ernst die Lage ist, macht Isotopp heute klar, indem er die Detailanalysen mal weglässt und das "Werk" in den Konztext bringt, in dem wir es eigentlich betrachten müssen, um eine echte Gegenstrategie zu entwerfen:
Die Analysen (...) zeigen die wichtigen Punkte auf. Sie zeigen aber nicht, daß sich hier gerade eine unheilige Allianz von Politik und Großmedien aufbaut, denen eine solche Entwicklung genau die gewünschten Veränderungen erzeugt:

1. Die Publikation von kostenlosen, kooperativ erzeugten freien Inhalten wird aufwendiger.
2. Es wird die Überwachungs- und Zensurinfrastruktur legitimiert, die schon im Rahmen der Zensursula-Diskussion gewünscht wurde.
3. Das ganze wird am Ende ein Muster-Anwendungsfall für den elektronischen Personalausweis, der notwendig wird, um sich beim Provider und beim Site-Betreiber für den Internet-Zugang und den Inhaltszugriff zu legitimieren und die Bedarfsträger können endlich mit Identitäten statt IP-Nummern operieren, wenn sie ermitteln wollen.
4. Mit diesen Identitäten lassen sich auch Meldungen und ihre Weitergabe ausgezeichnet tracken, sodaß wir auch eine technische Basis für den Verteilschlüssel der Einnahmen aus dem neuen Leistungsschutzrecht haben.

Es geht also darum, ob das Internet überhaupt frei bleibt. Es geht um einen völlig entgegengesetzen Weg als den, den die Obama-Regierung momentan propagiert und auch gegen Widerstände von Gatekeeperinteressen verfolgt.
Letzteres kann eine Chance sein: Sicherlich ist es wichtig, eine exakte Analyse des Vertrages nach Schwachstellen und Angriffspunkten zu durchsuchen, um es zu stoppen. Das hat letztes Jahr bei Zensursula geklappt und ich glaube auch, daß das dieses Mal hilfreich sein kann.
Aber: wollen wir das jedes Jahr wieder tun?
Oder wollen wir nicht lieber dafür sorgen, dass es eine ordentliche Regelung für das Internet gibt, die dem Medium gerecht wird? Dazu allerdings müsste man wesentlich weiter oben ansetzen als bei irgendwelchen Verträgen, die Länder in stillen Kämmerchen aushandeln. Und wesentlich politischer. Dazu würde ich mir wünschen, dass die Piratenpartei schneller erwachsen wird als momentan. Und dass die an echten Bürgerrechten interessierten etablierten Parteien - wo hört man denn da was von den Grünen und der SPD, die hier immer noch schlafen - mal mehr auf die Beine stellen als sich an die Demos der Überwachungsgegner dranzuhängen.
Es wäre toll, wenn wir jetzt einen Gang höher schalten könnten um einen Weg zu finden, eine wesentlich internationalere Initiative zu befeuern, um das Internet vor denen zu retten, die es als Gefahr für ihre Machtstrukturen stutzen, zensieren und zu einem Überwachungsinstrument umbauen wollen.

Update: Themen trennen - Unsere Jugend wird nicht im Internet bedroht

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Samstag, Januar 23, 2010

Piratendiskussionen
sind immer so ein wenig vorhersehbar. Schritt eins ist immer: Ein paar Piraten, offensichtlich momentan einige in Dresden die meinen, Nazis sollten da ungestört ihre Demo machen und die Gegenaktion brauche keine piratige Unterstützung, schauen aus ihrer binären Wolke in die nicht allzu zweipolige Welt hinaus und die schön logischen Ideale treffen auf das reale "Die Wirklichkeit ist dann doch nicht ganz so einfach".
Denn: Nicht alles was ausgesprochen wird - zum Beispiel von Nazis - ist einfach nur eine Meinung und nicht alles, wofür die demokratischen Mittel genutzt werden ist auch wirklich demokratisch - im Falle von Naziaufmärschen ist es eine Machtdemonstration.
Nicht allen Piraten muss man Politik erklären, aber einigen wohl schon. Das kann ich in diesem Fall Sven überlassen, dessen Vielzeiler hoffentlich auch für normalerweise kürzer denkende Menschen noch lesbar ist. Ansonsten hier die Kernaussage:
Toleranz heißt nicht, die eigene Abschaffung tolerieren zu müssen. Im Gegenteil: es heißt, sich gegen jeden, der sie abschaffen will, zur Wehr zu setzen. Wenn möglich friedlich. Wenn nötig auch mit anderen Mitteln. Soweit sind wir zum Glück noch nicht. Wenn allerdings selbst fridliche nicht mehr genutzt werden dürfen, so dass sich Intoleranz ungehindert verbreiten darf, wird es irgendwann zu spät sein. Vielleicht sogar zu spät selbst für nicht friedliche.
Hier weiterlesen. Und die lustigen Kommentare beachten, da gibt es nämlich Schritt 2 zu bewundern: Die Simpeltheoretiker (natürlich anonym) versuchen sich in Küchenphilosphie, großartigerweise immer mit den typischen Fremdschämphrasen ("Setzen, sechs," oder der unsägliche, niemals fehlen dürfende Nuhr, der sicher noch kommt). Ein bisschen tun sie mir schon Leid, denn sie argumentieren sich Sven natürlich ins Messer.
Schritt drei allerdings ist dann der, der mich die Piraten nicht aufgeben lässt: Bisher konnten die Naiven immer davon überzeugt werden, daß das mit der nicht politischen Ausrichtung als politische Partei einfach nicht funktioniert und ich bin auch hier sicher, daß die Piraten am Ende die "richtige" Position einnehmen und nicht die "Rechte" gewähren lassen. Diese butterweiche Verlautbarung jedenfalls ist keine Position und führen natürlich zu entsprechenden Kommentaren aus der rechten Ecke, die die Schwächen bemerken und weidlich ausnutzen.
Aber ein bisschen ärgerlich ist es ja schon, daß sie in dieser Lernphase wirklich keinen Fettnapf auslassen.

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Donnerstag, Januar 21, 2010

Spaßig, das...
Ein kleines Tool zum Patterns basteln. Hier mein Versuch:

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Comme ci - KOMSA - die Abmahnung ist da!
Was Abmahnungen angeht ist man ja als Blogger einiges gewohnt. Meistens ist das ja mit unerfreulichem Stress verbunden, oft auch mit noch unerfreulicheren Kosten. Da freut man sich doch, auch mal von einer Abmahnung zu lesen, die so derart absurd ist, daß man einfach nur ganz entspannt drüber lachen kann.
Protagonisten sind die Firma KOMSA, immerhin ein gar nicht so kleiner Player in der Telekommunikationsbranche und somit vermeintlich nicht unerfahren im Umgang mit dem Internet und seiner Technik und - wie man nach der Auflösung der Story erfährt - eigentlich jeder Webseitenbetreiber, dessen Werbeeinblendungen vom Adblocker der KOMSA-Firewall mit einem Ersatzbildchen versehen werden. Aber lest selbst:
(...) Ich sah mich mit Vorwürfen konfrontiert, die ich mir nicht erklären konnte:
"Uns ist zur Kenntnis gelangt, dass Sie auf dieser Internetpräsenz die Wort-, Bildmarke "KOMSA" darstellen."
Ich konnte damit nichts anfangen. Weder kannte ich die Firma KOMSA, noch betreiben die ein Partnerprogramm und sind bei uns gelistet. (...) Hmmm, ob wir unerlaubt ein Bild oder Logo von denen verwendet haben? Die Sache ergab für mich keinen Sinn.
Weiter schreiben sie:
"Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung." (...)Dann die üblichen Einschüchterungen, kennt man ja von Abmahnungen (...) und bezahlen soll ich das Ganze natürlich auch noch:
"die durch die Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei entstehenden Kosten [...] aus einem Streitwert von 50.000 EUR zu erstatten."
Stutzig machte mich, dass der im Schreiben erwähnte Screenshot in der Anlage fehlte. So hätte ich mir eher einen Reim aus der Sache machen können.
Auf jeden Fall war ich gespannt, wie die Sache weitergeht.
Und wer jetzt auch gespannt ist: die Auflösung lohnt sich wirklich.

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Mittwoch, Januar 20, 2010

Memo für 12. Februar
Lese grade folgendes (via René):
Am 12. Februar 2010 strahlt Arte zeitgleich zur Premiere im Friedrichstadtpalast in Berlin und in der Alten Oper in Frankfurt die rekonstruierte vollständige Fassung Metropolis 2710 aus.
Wer kommt zum Gucken? Ich stelle Premieren-Champagner in den Kühlschrank.

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Dienstag, Januar 19, 2010

Verliebte Ninjas

Les Dangereux from RedForty on Vimeo.

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Ist der Ruf erstmal ruiniert...
Die Community von Ruf Jugendreisen inst in Verruf (haha) geraten. Markus informierte sie, daß ihre Jugendcommunity in Sachen Datenschutz nicht allzu sicher ist - er benutzt den Ausdruck "löchriger Käse" - und berichtet über die etwas ungewöhnliche Reaktion:
Ruf erklärte uns nun, dass beim Eindringen in ihren Server "in großem Umfang Daten manipuliert wurden" und ihnen "somit ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Schaden zugefügt wurde". Man gehe davon aus, dass unsere Quelle dafür verantwortlich ist und ihre Anwälte ihnen nahe gelegt haben, Strafanzeige zu stellen. (...)
Das Interessante daran ist nun nicht der Versuch, hier denjenigen zu diskreditieren, der eine Sicherheitslücke im Prinzip lediglich vorgegaukelte Sicherheit entdeckt und den Betreiber helfen möchte, hier die Mängel zu beheben.
Für mich sieht das vielmehr so aus, also ob man damit versucht, schon mal jemanden zu finden, an den man im Zweifelsfall eventuelle Schadensersatzansprüche weiterreichen kann. Denn wenn Ruf da mal ganz ehrlich ist: Der Schaden ist ja nicht ihnen zugefügt worden, sondern den Communitymitgliedern, die sich auf die Datenschutzgarantie verlassen hatten. Und der Verursacher ist auch nicht der, der ihnen die Lücken zeigt sondern der sie verursacht hat.

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von Jens Scholz   direct link      0 Kommentare
 

Samstag, Januar 16, 2010

Euroweb (und Webstyle) schon wieder bei Escher
Was mich ja immer wieder erstaunt ist, daß es da ja seit Jahren diese riesige Diskrepanz gibt zwischen der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung vieler Menschen, die mit Firmen wie Euroweb und Webstyle zu tun haben.
Herr Preuss erklärte mir ja sogar persönlich schon vor etwas über einem Jahr auf der OMD Bloggerparty in Düsseldorf, daß er sich völlig zu unrecht von Bloggern wie mir fast schon fanatisch verunglimpft, verfolgt und missverstanden fühlt.
Andereseits: Beiträge wie der in der gestrigen "Ein Fall für Escher"-Sendung lassen mich doch daran zweifeln, daß sich an dem, was ich an Euroweb kritisiere - die Vertriebsmethode nämlich - irgendwas geändert hat. Aber beurteilt am besten selbst, was ihr von den Darstellungen bei Escher haltet:


Watch Ein Fall fuer Escher - Euroweb und Webstyle (Sendung v. 15.01.2010) in Aktivismus & Nonprofit  |  View More Free Videos Online at Veoh.com

Update: konsumer.info berichtet, daß vor Euroweb im Fachmagazin der Zahnärztekammer Niedersachsen gewarnt wurde.

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Donnerstag, Januar 14, 2010

Nachklapp zum Terrorphysiker Werner Gruber
Letztens erst erklärte er der Telepolis, daß jeder Physiker problemlos ein Flugzeug zum Absturz bringen könne, warum Nacktscanner Quatsch und warum perfekte Sicherheit Illusion ist.
Jetzt hat er den praktischen Beweis erbracht und den Nacktscanner fürs ZDF sauber ausgetrickst. Gibt es hier ab Minute 17 zu sehen - den Bosbach muss man sich ja nicht anhören (und ja, momentan noch in der ZDF Mediathek eingeschweißt - Mal schauen, wenn bis morgen abend nicht sowieso schon jemand den Ausschnitt rausgeschnippelt hat mach ich das noch<).
Ah, das ging ja fix:

(via Jörg und fefe)

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Dienstag, Januar 12, 2010

Man lernt ja so viel
in diesem Internet. Zum Beispiel, wie man eine Invasion nicht machen sollte (Ach so, Franzose...)

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von Jens Scholz   direct link      1 Kommentare
 
.. jens scholz ..

personal news in undefinierter dringlichkeit, wichtigkeit oder thematik .. ein subjektives log als experiment, wie lange dinge, die wichtig erscheinen, es in wirklichkeit bleiben ..


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